Is was Doc? Start-ups bringen den Onlinearzt voran!



Geschlechtskrankheiten oder psychische Leiden sind mit einem sozialen Stigma belegt. Manche Betroffene scheuen den Gang zum Arzt. Zudem beklagen immer mehr ländliche Regionen in Deutschland einen Fachärztemangel. Für beides könnte es eine Lösung in Form von Onlineärzten geben. Wir stellen Ihnen mit Klara, Novego und Medlanes drei Geschäftsideen vor, die den Gang zum Arzt in der Zukunft überflüssig machen könnten.

Klara diagnostiziert per Smartphone innerhalb von 48 Stunden Hautprobleme

Um eine Begutachtung oder Ersteinschätzung zu erhalten, macht der KLARA-Benutzer ein Foto von seinem Hautproblem, lädt es hoch und beantwortet einige medizinische Fragen. Der Patient bleibt dabei anonym. Für eine Gebühr von 29 Euro bekommt er auf Basis der eingeschickten Bilder und Angaben innerhalb von garantierten 48 Stunden eine Begutachtung von einem zugelassenen Hautarzt, die Mehrheit der Ratsuchenden sogar schon innerhalb weniger Stunden. Die KLARA App wurde bisher über 125.000 Mal heruntergeladen. Diese Zahlen ermutigten die Gründer, in den USA aktiv zu werden, wo eHealth längst zum medizinischen Alltag gehört. Vor wenigen Wochen eröffnete KLARA ein Büro in New York.

Klara verschafft für 24 Euro Klarheit bei Hautproblemen (Bild klara.com)
Klara verschafft für 29 Euro Klarheit bei Hautproblemen (Bild klara.com)

Mit Prof. Johannes Ring, einem der renommiertesten Dermatologen in Deutschland, und Dr. Mark Kaufmann, Board-Mitglied der American Academy of Dermatology, haben die Gründer bereits bedeutende Hautärzte für ihr Projekt gewinnen können, die mit ihrer Expertise hilfreich für die vorgesehene Expansion sind. Inzwischen kann KLARA in den USA bereits in 11 Bundestaaten genutzt werden. Und so gibt sich das Start-up selbstbewußt

In den kommenden drei Jahren muss sich jeder Dermatologe in den USA für eine App entscheiden, um mit seinen Patienten zu kommunizieren. 2017 wollen wir zehntausende Ärzte unter Vertrag haben und über eine Million Patienten mit ihnen verbinden.

KLARA wurde 2013 als goderma durch Simon Bolz und Dr. Simon Lorenz in enger Zusammenarbeit mit führenden deutschen Hautärzten gegründet. In Deutschland arbeiten sieben in den USA inzwischen 15 Hautärzte für das Start-up mit seinen 19 Mitarbeitern. Der international renommierte Professor Dr. Johannes Ring ist Vorstand des medizinischen Beirates von KLARA. Der inzwischen emeritierte Chefarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München begleitet das junge Unternehmen von Beginn an.

Novego bietet Depressionspatienten eine Alternative zu langen Wartezeiten

Das Krankheitsbild der Depression tritt in unserer Gesellschaft immer häufiger auf. Nach Angaben des statistischen Bundesamts erkrankten im Jahr 2010 5 bis 6 Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression (Wittchen et al., 2010). Gleichzeitig besteht eine große Versorgungslücke bei der Behandlung von Depressionen. Lange Wartezeiten von durchschnittlich 4 bis 6 Monaten auf einen ambulanten Psychotherapieplatz sind an der Tagesordnung – wertvolle Zeit, in der die Erkrankung unbehandelt voranschreitet und eine Chronifizierung begünstigt werden kann. Je früher der Patient hingegen Unterstützung bekommt, desto besser sind die Prognosen für den weiteren Behandlungsverlauf.

Strukturierte Online-Hilfe Die 12 Wochenthemen des Programms werden für jeden Patienten individuell zusammengestellt. Jedes Wochenmodul folgt einer einfachen und klaren Struktur, die mit abwechslungsreichen, multimedialen Inhalten gefüllt ist.
Die 12 Wochenthemen des Programms werden für jeden Patienten individuell zusammengestellt.

Novego versteht sich als ergänzender Baustein zur Versorgung von Menschen mit psychischen Leiden wie Depressionen oder Ängsten mit dem Ziel, bestehende Versorgungslücken zu schließen beziehungsweise die Behandlung zu unterstützen. Hierfür entwickelt Novego qualitativ hochwertige Online-Unterstützungsprogramme und Versorgungskonzepte, die sich durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen von Patienten, anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen und Kostenträgern auszeichnen und diese in Einklang bringen. Das erste Programm, der Novego „Depressionshelfer“, unterstützt gezielt die Behandlung von depressiven Symptomen und leichten bis mittelschweren Depressionen.

Sobald der Hilfesuchende einen Depressionstest anonym durchlaufen hat, kann er oder sie für sich entscheiden, ob und welche Variante in Frage kommt: die Web-Version (3 Monate à 59 Euro), die anonym ist und bleibt; die Care-Variante mit zusätzlich drei jeweils 40-minütigen Telefonaten mit einem Psychologen (3-Monate à 119 Euro) oder die Doc-Variante, die gemeinsam mit dem betreuenden Hausarzt durchgeführt wird (3 Monate à 179 Euro). Neben einigen privaten Versicherern übernehmen die BKK Pfalz und BMW BKK die Kosten für die Behandlung. Die Novego AG wurde 2011 im niedersächsischen Seevtal gegründet.

Medlanes beantwortet für 24 Euro medizinische Fragen

Über das Ratgeberportal Medlanes treten Nutzer bei gesundheitlichen Beschwerden online in den Dialog mit spezialisierten Ärzten. Ein spezielles System, die „Medical Engine”, fragt ihre Symptome ab und vermittelt die Nutzer an einen passenden Arzt oder Spezialisten, der sie über das Portal zeitnah berät und umfassend informiert.

Medlanes verspricht medizinische Beratung von jedem Ort der Welt
Medlanes verspricht medizinische Beratung von jedem Ort der Welt (Bild: medlanes.com)

Über das Smartphone und im Web können Nutzer so rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt aus erste wichtige Informationen zu ihrem Krankheitsbild erhalten. Eine Konsultation per E-Mail drei weitere Fragen kostet bei Medlanes 24 Euro. Finanziell wird Medlanes von Microsoft und dem Bayer Accelerator unterstützt. Der Hauptsitz des jungen Medizin Start-ups ist Berlin.

Fazit e-Health Start-ups

Sowohl Medlanes und Klara sagen, dass 80 bis 90 Prozent der Patientenanfragen online beantwortet werden können. Dennoch dürften diese Geschäftsideen auf einige Stolpersteine stoßen. Der Gesundheitssektor ist in Deutschland stark reglementiert und die Rechtslage bezüglich Ferndiagnosen ist ungeklärt. Die aktuelle Praxis sieht so aus, dass nur Ratschläge und Empfehlungen gegeben werden. Braucht der Patient ein Rezept muss er weiterhin persönlich beim Arzt vorstellig werden. KLARA und Medlanes dürften es in Deutschland schwer haben, solange die Krankenkassen die Kosten für die Onlineangebote nicht übernehmen. Eine Anlaufstelle für interessierte Gründer ist der Bundesverband Internetmedizin.

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