Höhle der Löwen: Fazit zu den ersten 3 Sendungen



Die ersten drei Episoden der TV-Show Die Höhle der Löwen teilten die Gemüter. Die Presse stört sich am Verhalten der Investoren, beim Fernsehpublikum kommt die Sendung an. Wir blicken auf die letzten Sendungen zurück und sagen Ihnen, warum sich jeder Gründer trotzdem die Höhle der Löwen einmal anschauen sollte.

Bisher stellten sich bei der TV Sendung Die Höhle der Löwen 18 Gründerteams mit ihren Ideen vor, davon gingen 12 Teams mit leeren Händen nach Hause. Die restlichen Gründer sahen sich gezwungen teilweise deutlich von ihrem Ursprungsangebot abzurücken und mehr Unternehmensanteile an die Löwen bzw. Investoren abzugeben, als sie es geplant hatten. Dafür musste die Investorenriege in der Presse teils heftige Kritik einstecken.

Der  sieht in dieser Sendung ein Anschauungsstück für den unbarmherzigen (Raubtier)Kapitalismus:

Verkaufs-Show auf dem Fleischmarkt der Schwachen: Im Käfig der Löwen wirft Vox arme, naive Erfinder einem blut- und geldgierigen Club von Investoren zum Fraß vor. Die Sendung zeigt Kapitalismus anschaulich – von seiner widerwärtigen Seite.

Für den  ist die Höhle der Löwen lediglich eine Plattform zur Eigenvermarktung der Kapitalgeber:

Eine Sendung, in der arme Schlucker um Kapital werben bei Unternehmern, die nebenbei selbst die Werbung für ihre Produkte geschenkt bekommen.

 resümierte: „Knauserige Investoren im Rampenlicht“ und das  spricht sogar von der „Hölle der Löwen“.

Beispiele Hoehle der Loewen
Beispiele für finanzierte Geschäftsideen in der Höhle der Löwen (Crispy Wallet o.l., Le Petit Raisin o.r. und Twinkle Kid unten)

Die Höhle der Löwen scheint bei vielen Rezensenten anzuecken. Das liegt möglicherweise daran, dass die Sendung den antrainierten Sehgewohnheiten des Casting TV Konsumenten widerspricht. Es zählen nicht herzzerreißende Schicksale wie bei Bohlen und Co, sondern überzeugende Business Cases. Die Teilnehmer der Sendung sind keine Kandidaten, sie sind Kapitalsuchende. Es geht nicht um den Publikumsliebling oder das Supertalent. Und am Ende erhält nicht der sympathischste Unternehmer ein Investment, sondern schlicht und einfach der, der wie in jedem anderen Investorengespräch auch, ein vertretbares Verhältnis aus Chancen und Risiken mitbringt. Etwas differenzierter beurteilt wird die Höhle der Löwen im :

Wer sich als Jungunternehmer auf diese Show einlässt, muss damit rechnen, auseinander genommen zu werden. […]. Doch es lohnt sich, das Risiko einzugehen. Weil die Teilnehmer, wenn sie überzeugen, von der Jury nicht nur die Mittel erhalten, um ihr Produkt in Serie gehen zu lassen. Sondern es mit einem Schlag auch vor hunderttausenden potenzieller Kunden bekannt machen können.

Die  hat besonders an einer Jurorin Gefallen gefunden:

…der Star ist Judith Williams. Sie löst nicht unbedingt Sympathie beim Zuschauer aus, vielleicht eher Faszination. Sie ist oft schrecklich, aber dabei eben auch schrecklich unterhaltsam.

Der Gradmesser für den Erfolg eines TV Formats sind letztendlich nicht der Feuilleton der Tagespresse, sondern die Einschaltquoten. Die Höhle der Löwen kam beim Publikum gut an. In der werberelevanten Zielgruppe erreichte die Sendung in allen drei bisher ausgestrahlten Episoden konstant eine  bei einer Gesamtzuschauerzahl von rund 1,7 Mio.

Welche Gründer konnten in der Sendung nun wenigstens einen Löwen überzeugen und zu welchem Preis? Wir erfolgreiche Pitches vor.

CrispyWallet: Wunschangebot 50.000 Euro für 10 Prozent der Anteile

Die Gründer von CrispyWallet stellen Portmonees sowie iPhone und iPad-Hüllen aus einer papier-ähnlichen Kunstfaser her. Tyvek wird aus recycelten Plastiktüten und PET Flaschen gewonnen, ist wasserabweisend, reißfest und erheblich dünner als Baumwolltextilien oder Leder. Damit beulen die Portmonees die Hosentasche nicht aus und sind angenehmer zu tragen. Zunächst zeigten sich die Investoren nicht überzeugt von Haptik und Fertigungsqualität der CrispyWallet Produkte.

Doch die beiden Erfinder, die  bereits im Rahmen ihres Entrepreneurship Studiums an der Universität in Maastricht gründeten, konnten durch die am Markt erzielten hohen Margen und dem bisherigen Verkaufserfolg das Investorengespräch zum Positiven wenden. Produktionskosten von knapp über einem Euro stehen einem Verkaufspreis von 16 Euro im Einzelhandel gegenüber.  Sie schlugen am Ende bei 50.000 Euro für 20 Prozent der Anteile ein.

Wellmed Allergo: Wunschangebot 85.000 Euro für 20 Prozent der Anteile

Der Baden-Württemberger Sven Schaller entwickelte eine beheizbare Allergikermatratze, die Hausstaubmilben den Garaus macht. Eine übliche Matratze kann Millionen von Hausstaubmilben beherbergen. Die kleinen Bewohner leben von Hautschuppen und hinterlassen den Allergieauslösenden Kot in der Matratze. Sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer derartigen Allergie.

Eine mittig eingebrachte Heizmatte sorgt dafür, dass die Wellet Allergo Matratze sich gleichmäßig auf 50 Grad erhitzt und sämtliche Hausstaubmilben abtötet. Die Wirkung der Methode wurde in unternehmenseigenen Tests nachgewiesen. 20 Probanden nutzten die und blieben auch zwei Jahre später von Hausstaubmilben verschont. Der Endkunde soll die Allergikermatratze für 2.200 Euro erwerben können, die Herstellungskosten liegen bei knapp 1.500 Euro.

Der Schwabe Schaller musste sich bei der Gegenofferte der Investoren erst einmal setzen. Diese wollten statt 20 Prozent den dreifachen Anteil am Unternehmen. Da die Investoren Öger, als Hotelier und Williams, als Homeshopping Unternehmerin, ihm nicht nur Kapital, sondern auch lukrative Vertriebskanäle versprachen, ließ er sich auf diesen harten Deal ein.

Le Petit Raisin: Wunschangebot 150.000 Euro für 15 Prozent des Unternehmens

heißt so viel wie die kleine Traube. Das junge Unternehmen möchte Wein zu je 187 ml in 39 Gramm leichten, unzerbrechlichen, pfandfreien und zu 100 Prozent recycelbaren Plastikgläsern verkaufen. Die Idee überzeugt überall da, wo Glasflaschen verboten sind: an Stränden, beim Karneval, auf Sportveranstaltungen und bei Konzerten. Die Idee ist nicht neu. Die beiden Gründer von Le Petit Raisin gaben zu, diese beim amerikanischen Pendant zu der Höhle des Löwen entdeckt zu haben.

Daraufhin kontaktierten sie das US Unternehmen und erwarben eine Lizenz für den weltweiten Verkauf unter eigenem Namen. Das Original ist bereits ein Verkaufsschlager im Heimatmarkt. Bis dato wurden 15 Millionen Gläser verkauft. Drei der Investoren wollten sich einen Stück an diesem Kuchen sichern und bekamen nach zähen Verhandlungen und Zähneknirschen bei den Gründern 40 statt 15 Prozent zuzüglich einem Euro pro verkauftem Getränk.

Außerdem überzeugten folgende Ideen:

  • : Mutter und Tochter haben eine Lackierhilfe für French-Nails entwickelt. Hier sah erneut Judith Williams Potenzial – insbesondere für den Verkauf über ihren Shopping-Sender – und holte sich stolze 53 % des Unternehmens.
  • : ebenfalls Judith Williams war es, die einen Deal mit dem Start-up My-Cleaner eingegangen ist. Bei My-Cleaner geht es um eine Vor-Ort Autowäsche mit einem innovativen Putzmittel. Allerdings hatte sie es auch ausschließlich auf dieses Putzmittel abgesehen, das sie gerne vermarkten wollte. Im Nachgang zur Ausstrahlung wurde dann allerdings bekannt, dass der Deal nicht in dieser Form umgesetzt wurde.
  • : Kindermütze mit Leuchtbommel, die 160 Meter weit reflektiert und das Kind im dunklen Straßenverkehr zum Strahlen bringt. Erstmals zeigen alle fünf Löwen in der Höhle der Löwen Interesse am Produkt. Judith Williams, Frank Thelen und Vural Öger boten insgesamt 90.000 Euro und bekommen dafür 40 %

Geschäftsideen, die die Löwen nicht überzeugen konnten

Zu den Geschäftsideen, die keinen Löwen für ein Investment begeistern konnten, zählten u.a.:

  • Headis: die Kombination aus Kopfball und Tischtennis ist eine Nischensportart mit Kopfschmerzpotenzial – aus Sicht der Löwen.
  • Jobello: ein Hemd, das nicht aus der Hose rutscht. Fast konnte die Gründerin zwei Löwen überzeugen, allerdings zog der Altinvestor nicht mit.
  • Zuckerzahn: ein mobiler Süßigkeitenstand konnte geschmacklich und visuell überzeugen, allerdings sahen die Löwen nicht genug wirtschaftliches Potenzial für ein Angel-Investment.
  • Mexican Tears: scharfe mexikanische Soßen trieben den Löwen teilweise die Tränen in die Augen. Abschließend wollte dann der Gründer nicht auf das Angebot der Löwen eingehen, die erneut deutlich mehr Anteile wollten.
  • Knüppelknifte: Stockbrot im Restaurant, klingt nach Lagerfeuerromantik, bringt aber nicht viel ein. Statt zwei neuer Restaurants, wie von den Gründern geplant, schlugen die Löwen den Verkauf von der Theke vor. Kein Zusammenkommen.
  • ZlideOn: ein Reparaturschieber für defekte Reißverschlüsse. Die Gründer wollen 150.000 Euro für 3 %, Frank Thelen und auch Judith Williams wollen mehr Anteile für das Geld – das gefällt den Gründern wiederum nicht.
  • Softstepheels: Schmerzfrei High Heels tragen – das ist die Idee des ehemaligen Models. Das Ergebnis sind Absatzschuhe aus einem elastischen Spezialmaterial in Plateau und Sohle. Aber mit einem Preis ab 290 Euro je Paar keine Konkurrenz zu den großen italienischen Marken.

Fazit zur Höhle der Löwen

Ein Elevator Pitch ist auch im Fernsehen keine Miniplayback-Show. Wenn um sechsstellige Geldbeträge verhandelt wird, kann es durchaus auch mal härter zugehen. Dass auch die erfolgreichen Beispiele aus der Sendung hohe Zugeständnisse an die Investoren machen mussten, ist auch ein Zeichen dafür, dass viele der Gründer sich wenig Gedanken um eine realistische Unternehmensbewertung gemacht haben. Natürlich kann ein TV Format die Dynamik eines Investorengesprächs nur verkürzt darstellen, trotzdem ist die Sendung für jeden empfehlenswert, der sich gute und schlechte Beispiele für Elevator Pitches vor Augen führen möchte.

Was ist Ihre Meinung? Teilen Sie die Kritik der Medien oder haben sie eine andere Ansicht? Wir freuen uns über Ihren Kommentar. Die nächste Runde in der Höhle der Löwen gibt es Dienstag Abend um 20:15 Uhr auf Vox. Wer die Sendung bisher verpasst hat, kann dies übrigens zu jeder Tageszeit nachholen.

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