Social Impact Lab in Frankfurt ist eröffnet!



Im Februar hat Social Impact neben Hamburg und Berlin das dritte Social Impact Lab in Frankfurt eröffnet. Wir waren bei der Eröffnung dabei und haben mit Nils Hafa, Standortleiter der gemeinnützigen Social Impact GmbH, über Social Entrepreneurship, das Social Impact Lab und die Pitching Veranstaltung gesprochen.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Hafa! Könnten Sie sich und Social Impact unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Nils Hafa von Social Impact: Die Social Impact Labs bieten eine Plattform für Social Entrepreneurs, Gründer, Freelancer, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen rund um die Themen soziale Innovation und Unternehmertum. In Berlin und Hamburg steht unser Programm Social Impact Start im Mittelpunkt, welches Social Start-ups eine professionelle und ganzheitliche Unterstützung in der Gründungsphase bietet. Das Programm bieten wir auch in Wien, Zürich und München an. Social Impact Start wird seit 2011 ermöglicht durch SAP und in Deutschland zudem durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Im neuen Social Impact Lab Frankfurt arbeiten zum ersten Mal in Deutschland junge Menschen mit Migrationshintergrund und Social Entrepreneurs unter einem Dach an Geschäftsideen und ihrer beruflichen Entwicklung. Wir haben für beide Gruppen jeweils ein eigenes Programm entwickelt: „AndersGründer” und „ChancenNutzer”.

  • „AndersGründer”, gefördert durch die KfW Stiftung, ist das erste Start-up-Zentrum im Raum Frankfurt, welches sich speziell an soziale Innovatoren wendet, die ein gesellschaftliches Problem unternehmerisch lösen möchten.
  • „ChancenNutzer”, gefördert durch die JPMorgan Chase Foundation, ist bundesweit das erste Projekt, das junge arbeitslose Menschen mit Migrationshintergrund sowohl umfassend auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit begleitet als auch ganzheitliche individuelle berufliche Orientierung bietet.

Kurz zu mir: ich habe langjährige Erfahrungen aus dem Bankenumfeld, war lange Jahre als Start-up-Berater unterwegs, sowohl angestellt, als auch auf selbstständiger Basis und bin seit Dezember 2013 Standortleiter für das Social Impact Lab Frankfurt. Meine Rolle als Standortleiter ist es, das Lab nach außen zu vertreten, als Ansprechpartner für mögliche Kooperationen und am Thema Interessierte zu agieren und die Prozesse in beiden Programmen qualitativ und beratend zu begleiten.

Nils Hafa Social Impact Lab
Nils Hafa, Standortleiter der gemeinnützigen Social Impact GmbH in Frankfurt

Recitfga-bsl.info: Was genau bedeutet denn soziale Innovation für Sie?

Nils Hafa von Social Impact: Soziale Innovationen sind Produkte und Dienstleistungen, die…

  • …auf die Beseitigung von sozialen Problemlagen ausgerichtet sind
  • …innovativ, langfristig, und wertebasiert sind und
  • …einen social return gewährleisten

Akteure sozialer Innovationen verzichten auf Gewinnausschüttung. Der nach den zurückgezahlten Investitionen erwirtschaftete Profit verbleibt im Unternehmen und dient zur Maximierung des Social Impact.

Recitfga-bsl.info: Wo steht Ihrer Meinung nach das Gründerland Deutschland in Bezug auf Social Entrepreneurship?

Nils Hafa von Social Impact: Das Thema kommt, meiner Wahrnehmung nach, immer mehr in den Mainstream: Es gibt bundesweit mehrere Lehrstühle für Social Entrepreneurship. In München haben wir die Social Entrepreneurship Akademie sowie eine bundesweite Leitkonferenz, die Vision Summit, hat sich etabliert. Verschiedene Stiftungen, wie die Schwab Foundation, die Stiftung Mercator und natürlich auch unser Sponsor die KfW Stiftung haben erkannt, dass es Zeit ist, soziales Engagement und verantwortliches Unternehmertum zu unterstützen und zu fördern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Unternehmen, die ihren Social Impact in den Unternehmenszweck einbeziehen, langfristig besser am Markt positionieren werden. Aus diesem Grund wird auch mehr und mehr zum Thema in Deutschland entstehen.

Mit dem Social Impact lab wollen wir dazu beitragen, dass Social Entrepreneurship stärker wahrgenommen wird und hier insbesondere auch viele jüngere Menschen, die jetzt schon sehr intensiv in dem Thema wirken und arbeiten, abholen und ihnen eine Unterstützung zur Umsetzung ihres Social Business anbieten.

Recitfga-bsl.info: Im Februar haben Sie – mit Unterstützung der KfW und JPMorgan – nun nach Hamburg und Berlin auch ein Social Impact Lab hier in Frankfurt eröffnet. Worin unterscheidet sich denn ein Social Impact Lab von gewöhnlichen CoWorking Spaces?

Nils Hafa von Social Impact: Die Social Impact Labs sind unsere Plattform und das Zuhause zielgruppengerechter Programme, die wir gemeinsam mit Partnern entwickeln. CoWorking nutzen wir als ein Tool, welches sich als bereichernd für die Umsetzung der Programme gezeigt hat. Wir wollen eine aktive Vernetzung und kollaboratives Arbeiten, dafür ist die CoWorking Situation sehr gut geeignet.  Der CoWorking-Space ist somit ein integraler Bestandteil der Programme in allen Standorten. Wir sehen uns nicht als Vermieter von Arbeitsplätzen. Wir bieten Qualifizierung, Netzwerkveranstaltungen und Programme.

Recitfga-bsl.info: Bei der Eröffnungsfeier haben sich unter anderem auch 4 Start-ups präsentiert, die für einen Platz im Social Impact Lab Frankfurt gekämpft haben – welches Start-up kam Ihrer Meinung nach am besten an und wurde ggf. schon für einen Platz im Social Impact Lab nominiert?

Nils Hafa von Social Impact: Welches Start-up am besten beim Publikum ankam, kann ich nicht genau sagen, aber alle Vier haben uns überzeugt, sodass wir uns dazu entschieden haben, sie in das Programm AndersGründer aufzunehmen.

Es geht bei den Pitches nicht um die Förderung von Konkurrenz. Für die zukünftigen Teilnehmer geht es vielmehr darum, oft zum ersten Mal, Menschen für ihre Idee zu begeistern und Unterstützer zu finden.

Der Auswahlprozess ist mehrstufig angelegt. Nach einer Erstauswahl aufgrund einer schriftlichen Bewerbung gibt es ein persönliches Gespräch – erst danach entscheiden wir über die Einladung zum Pitch. Sollte das Konzept also überzeugend sein, ist der Pitch nur eines von mehreren Bewertungskriterien.

Frankfurt Social Impact Lab
Im Februar eröffnete das Social Impact Lab seine Pforten in Frankfurt

Recitfga-bsl.info: Was genau erhält der Gewinner einer solchen Pitching Veranstaltung?

Nils Hafa von Social Impact: Wir unterstützen Social Start-ups in der Anfangsphase ihrer sozial-innovativen Geschäftsidee. Wir bieten individuelles Coaching, professionelle Fachberatung zu spezifischen Gründungsthemen im Bereich Social Entrepreneurship, Ansprache & Matching potenzieller Finanzierungspartner, fachliche Begleitung bei Stiftungs- und Fördermittelanträgen sowie einen Arbeitsplatz in unserem CoWorking-Space. Die Unterstützung läuft für das jeweilige Start-up bis zu 8 Monate. Die Aufnahme in das Projekt ist an die Inanspruchnahme des CoWorking-Angebots im Social Impact Lab Frankfurt geknüpft.

Recitfga-bsl.info: Wie geht es nach den 8 Monaten dann weiter? Hilft Social Impact auch bei der Anschluss Finanzierung?

Nils Hafa von Social Impact: Social Start-ups haben oft strukturelle Probleme zu überwinden:

  • Kein Zugang zu öffentlichen Finanzierungsprogrammen
  • Schwierige Ausgangslage für Bankkredite
  • Oftmals mangelnde Attraktivität für Venture Capital und Business Angels.

Mit dem Social Impact Finance Konzept, gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung in Kooperation mit Startnext unterstützen wir bei der Erschließung neuer Finanzierungsformen im Internet. Zudem bauen wir aktuell weitere Alumniprogramme auf.

Recitfga-bsl.info: In den nächsten Monaten finden 3 Pitches statt: am 16. April in Zürich, am 21. Mai in Frankfurt und am 22. Mai in Hamburg – welche Art von Start-ups können sich denn bei Ihnen melden und was sind die Voraussetzungen für eine Zulassung?

Nils Hafa von Social Impact:

Bewerben können sich alle, die mit einer sozial-innovativen Idee ein eigenes Unternehmen gründen wollen. Hierbei ist irrelevant, an welcher Stelle der Gründung sie sich befinden, da wir  bereits bei der Ideenentwicklung unterstützen.

Vor der Aufnahme in das Projekt gibt es ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Die aufgrund einer schriftlichen Bewerbung ausgewählten Bewerber stellen ihre Idee für das zu lösende soziale Problem in nur fünf Minnuten bei dem öffentlichen Pitch vor. Auch Team, Konzept- und Finanzierungsideen sollten, soweit schon vorhanden, in die Präsentation Eingang finden. Gern beraten wir zum Auswahlverfahren und zur Bewerbung per Mail, Telefon oder persönlich an den Standorten. Für Frankfurt sollte die schriftliche Bewerbung übrigens bis zum 15. Mai 2014 eingereicht werden!

Recitfga-bsl.info: Herr Hafa, herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Ihnen und insbesondere den ersten Start-ups im Social Impact Lab einen guten Start und viel Erfolg!

Kontakt

Logo Social Impact

  • Nils Hafa/Kathrina Blersch
    Falkstrasse 5
    60487 Frankfurt
    E-Mail: 
[email protected]
    Website: Social Impact Lab
    Telefon: +49 (0) 176. 161 134 99
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