Wie viel Holz vor der Hütte? Die App von FOVEA hilft



Mit FOVEA schlagen die drei Gründer eine für Start-ups eher untypische Richtung ein. Die eigens entwickelte App soll die Holzlogistik in Wäldern revolutionieren und der Forstwelt viel Arbeit abnehmen. Im Interview mit den bereits mehrfach ausgezeichneten Gründern – unter anderem Gewinner bei IKT Innovativ auf der diesjährigen CeBIT – erfahren Sie mehr über die App.

Recitfga-bsl.info: Hallo Frau Weiberg, Herr Ide und Herr Herbon, FOVEA ist eine App für die fotooptische Holzvermessung. Damit beschreiten Sie einen für Start-ups eher ungewöhnlichen Weg und „gehen in den Wald statt nach Berlin“ – was verbirgt sich genau dahinter?

Manfred Ide von FOVEA: Aufgrund der in Europa herrschenden nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder wachsen die Waldflächen stetig an. Allein die großen Forstverwaltungen vermessen jährlich 48 Millionen Kubikmeter. Die Verwaltung dieser Flächen erfordert einen enormen Aufwand. Oft wird bei der Zielgruppe der Wunsch nach einem mobilen und kostengünstigen Vermessungssystem via Smartphone geäußert.

Obwohl der modernen Technik in der Forstwelt eine zunehmend wachsende Bedeutung zukommt, steht der Markt im Bereich der Holzlogistik noch ganz am Anfang. Es ist daher ein großes Entwicklungspotential vorhanden.

Die intuitive Anwendung und das Verwenden von bereits vorhandener und vergleichsweise günstiger Hardware wie einem gängigen Smartphone, gibt uns die Möglichkeit, die FOVEA-App im Vergleich zur Konkurrenz deutlich günstiger anbieten zu können. Mehrere Hardwarekomponenten, Rechenzentren, Fahrzeuge sowie Schulungskosten können mit einem Smartphone und der FOVEA-App ersetzt werden.

Ziel ist es, einen europäischen Standard einer papierfreien Holzlogistiksoftware zu entwickeln und damit unter anderem die nachhaltige Nutzung des Waldes zu sichern und transparenter zu gestalten. Übrigens: Auch in Berlin gibt es Wälder.

Das Team von Fovea in Aktion.
Das Gründungsteam von FOVEA bei der Anwendung vor Ort (v.l.n.r.): Nadine Weiberg, Manfred Ide, Christopher Herbon

Recitfga-bsl.info: Was zeichnet die App von FOVEA aus und was macht das Verfahren so attraktiv im Vergleich zur herkömmlichen Methode?

Christopher Herbon von FOVEA: Während andere Verfahren größtenteils sehr zeit- und kostenaufwendig sind, ist es mit der FOVEA-App in kürzester Zeit möglich, die erforderlichen Messdaten digital und international verfügbar zu machen.

Der Anwender spart auf diese Weise etwa 90% der Zeit im Vergleich zu anderen Techniken, die er anderweitig, beispielsweise für den Naturschutz, den Waldbau oder die Jagd, nutzen kann. Auch die anfallenden Kosten sind deutlich geringer, da lediglich ein Smartphone und die FOVEA-App angeschafft werden müssen.

Recitfga-bsl.info: Smartphone und App im Wald: Welche Zielgruppe wollen Sie mit FOVEA ansprechen und wie erreichen Sie Ihre Zielgruppe – sprich wie machen Sie Marketing und Akquise?

Manfred Ide von FOVEA: Unsere Zielgruppe für die FOVEA-App sind vor allem Forstverwaltungen und -betriebe. Da die Forstwelt relativ klein und familiär ist, findet ein großer Teil der Akquise über persönliche Kontakte statt. Interessante Neuigkeiten, wie unser Produkt, das durch die Innovation und ein intuitives Gestaltungskonzept überzeugt hat, sprechen sich auf diesem Weg innerhalb von wenigen Wochen in ganz Deutschland herum.

Um das zu fördern, hat Nadine Weiberg verschiedene Werbemittel wie Aufkleber, Buttons u. ä. erstellt, die meistens unseren kleinen Förster abbilden, der schon seit Beginn unseres Projekts einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Recitfga-bsl.info: Auf welche Resonanz ist das Verfahren bisher gestoßen und in welchen Märkten könnten Sie demnächst aktiv sein?

Christopher Herbon von FOVEA: Inzwischen sind wir deutschlandweit im Testbetrieb und werden noch dieses Jahr erste Vertragsabschlüsse machen können. Da wir uns derzeit vor allem auf Großbetriebe konzentrieren, wird der nächste Schritt sein, unser Produkt für Kleinstkunden verfügbar zu machen. Wie das genau aussehen wird, werden wir im Herbst 2014 bekannt geben.

Mit der App von FOVEA soll die fotooptische Holzvermessung die Forstwelt revolutionieren.
Die App von FOVEA soll mit fotooptischer Holzvermessung die Forstwelt revolutionieren.

Recitfga-bsl.info: FOVEA ist eine Gründung aus der Hochschule – wie fand das Gründerteam denn zusammen und wer ist für welche Aufgaben zuständig?

Nadine Weiberg von FOVEA: Die Idee für die App und die Firmengründung hatte Manfred Ide, der Fachinformatiker und Förster ist. Er stammt selbst aus einem landwirtschaftlich-forstlichen Betrieb im südlichen Niedersachsen und kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Studiert hat er an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK, Fakultät Ressourcenmanagement, in Göttingen.

Christopher Herbon und meine Person hat er schließlich mit Unterstützung der HAWK-Gründerinitiative, insbesondere Dr. Stephanie Rabbe und Prof. Dr. Christoph Kolbeck, an den entsprechenden Fakultäten der Hochschule ausfindig gemacht. Während Christopher Herbon ihm an der Fakultät Naturwissenschaften und Technik in Göttingen von Prof. Dipl. Ing. Bernd Stock empfohlen wurde, fand ich über eine Empfehlung von Prof. Stefan Wölwer von der Fakultät Gestaltung in Hildesheim zum Team.

Durch diese unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen wir uns ideal und können unsere Bereiche klar voneinander abstecken. Während Manfred Ides Bereich der Kundenkontakt und Vertrieb ist, leitet Christopher Herbon die Softwarearchitektur und –entwicklung. Für das gesamte Design und die PR bin ich zuständig.

Recitfga-bsl.info: Ist die Arbeit im Team immer einfach?

Nadine Weiberg von FOVEA: Natürlich nicht. Man muss sich, wie in unserem Fall, erst einmal kennenlernen und sich einspielen. Nicht umsonst wird eine Phase der Gründung als Storming bezeichnet. Uns ist das glücklicherweise sehr gut gelungen, wir haben uns aufeinander abgestimmt und funktionieren sehr gut zusammen. Sind die Bereiche jedes einzelnen erst einmal klar abgesteckt und werden von den anderen akzeptiert, steht einer guten Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Als einzige Frau in einem Team hat man natürlich auch noch mit anderen Herausforderungen zu kämpfen.

Recitfga-bsl.info: Das Vorhaben ist außerdem EXIST gefördert – wie ist Ihre persönliche Einschätzung des Programms?

Christopher Herbon von FOVEA: Das EXIST-Gründerstipendium, durch das FOVEA aufgrund des hohen Innovationsgehalts von 2012 bis 2013 gefördert wurde, war unser erster wichtiger Schritt, da es uns vor allem durch die finanzielle Unterstützung die Möglichkeit gab, innerhalb nur eines Jahres unseren Prototypen für den Testbetrieb fertigzustellen. Es ist toll, dass es so ein Programm für Forschungsprojekte wie unseres gibt.

Recitfga-bsl.info: FOVEA wurde jüngst auf der CeBIT bei IKT Innovativ mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, der auch mit 30.000 Euro dotiert war. Was nehmen Sie außer dem Preisgeld noch von dem Wettbewerb mit? Und bei dem Preisgeld interessiert uns natürlich, wofür dieses verwendet werden soll?

Nadine Weiberg von FOVEA: Vor allem freuen wir uns über die Anerkennung unserer Arbeit, und dass das Potential unseres Produktes geschätzt wird. Das ist eine große Motivation für uns als Team. Nun sind wir gespannt, welche Erkenntnisse wir durch das individuelle Coaching, das wir neben dem Preisgeld gewonnen haben, noch erhalten werden. Das Coaching werden wir vor allem auf eine mögliche Internationalisierung von FOVEA ausrichten.

Das Siegergeld wird natürlich direkt in das Unternehmen investiert, um unser Produkt zu perfektionieren und fertigzustellen und natürlich unser Team zu bezahlen, denn inzwischen sind wir auf insgesamt 11 Mitarbeiter gewachsen.

FOVEA IKT Innovativ
Auf der Cebit 2014 wird die FOVEA-App bei IKT Innovativ ausgezeichnet – © BMWi_Fotograf Janto Trappe

Recitfga-bsl.info: Die Holzvermessung im Wald ist bestimmt nur ein erster Anwendungsbereich – wohin soll die Reise von FOVEA in der Zukunft gehen?

Manfred Ide von FOVEA: Neben unserem Schwerpunkt, der Holzvermessung, entwickelt FOVEA auch andere, für den forstwirtschaftlichen Betrieb nützliche Software, wie beispielsweise Waldinvent oder Käferkunde. Käferkunde ist eine App, mit der man mehr über Käfer lernen, sie nachschlagen oder auf einer interaktiven Karte einzeichnen kann. Die App wurde für Nadine Weibergs Gestaltung mit dem Red Dot Junior Award 2013 ausgezeichnet.

Beide Apps sind bereits in Apples App Store erhältlich und werden noch dieses Frühjahr für das Betriebssystem Android veröffentlicht. Mit der Holzvermessungs-App sind wir allerdings noch lange nicht am Ende! Man darf gespannt sein, was da noch kommen wird. Wir bleiben also weiterhin im Wald.

Recitfga-bsl.info: Wenn Sie zurückblicken: Was waren die größten Herausforderungen bei Ihrer Selbstständigkeit und welche Tipps würden Sie anderen Gründern geben?

Nadine Weiberg von FOVEA: Die größte Herausforderung ist sicherlich, ein passendes Team zu finden, was bei uns glücklicherweise hervorragend geklappt hat. Mit einem guten Team steht und fällt das ganze Unternehmen.

Man muss für seine Idee brennen, denn wenn man eine gute Idee hat, sollte man diese auch verfolgen und versuchen, seine größten Kritiker zu überzeugen. Letzteres war und ist bei uns die größte Herausforderung. Wichtig ist, es einfach zu wagen und dann dranzubleiben, auch wenn es mal schwierig wird.

Außerdem lege ich jedem angehenden Gründer nahe, sich von Coaches unterstützen zu lassen. Ohne die Gründerinitiative der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK hätten wir uns als Team vermutlich nicht gefunden und wären heute nicht an dem Punkt, an dem FOVEA jetzt steht.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit FOVEA!

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