SEPA-Fristverlängerung bis 1.7. kein Freibrief für Gründer



Mit der Absegnung durch Europaparlament und EU-Staaten soll Mitte Februar die Fristverlängerung rechtskräftig sein, das hat die EU-Kommission letzte Woche angekündigt. Rückwirkend zum 1. Februar wird dann die Frist für die SEPA-Umstellung bis August dieses Jahres aufgeschoben. Gründer sollten mit der Umstellung trotzdem nicht warten.

Die Gründe für die Umstellung: Laut den jüngsten Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) werden noch zu wenige Zahlungen im SEPA-Format vorgenommen. Bis zum 1.7.2014 sollte trotzdem keiner mit der SEPA-Umstellung warten.

Laut EZB fallen die Umstellungsfortschritte europaweit sehr unterschiedlich aus, ein problemloser Ablauf des elektronischen Zahlungsverkehrs nach dem 1. Februar ist derzeit nicht zu gewährleisten. Mit der sechsmonatigen Fristverlängerung will die EU-Kommission vor allem die Verbraucher schützen und Komplikationen beim elektronischen Zahlungsverkehr verhindern.

Allerdings befürworten längst nicht alle EU-Staaten die Fristverlängerung. Kritik kommt zum Beispiel aus Deutschland: Die Bundesregierung warnt davor, dass der Aufschub die Umstellung weiter erschweren, statt erleichtern könnte. Als Kompromiss will die EU-Kommission den Mitgliedstaaten, die bereits komplett umgestellt haben, die Möglichkeit einräumen, ab Februar Überweisungen im alten Format zu stoppen.

Trotz SEPA-Fristverlängerung bis zum 1. August 2014 sollten Gründer nicht weiter warten (Bildquelle: © N Media – fotolia)
Trotz SEPA-Fristverlängerung bis zum 1.7. sollten Gründer nicht weiter warten (© N Media – fotolia)

Es wird aber erwartet, dass Deutschland der Fristverlängerung zustimmt, da nach den aktuellsten Zahlen auch hierzulande die Umstellung noch lange nicht abgeschlossen ist. Schuld daran ist vermutlich auch das SEPA-Lastschriftverfahren, das deutlich komplizierter ist als das bisher übliche. Gerade einmal bei 17,67 % lag der Anteil der SEPA-Lastschriften, die im Dezember in Deutschland eingereicht wurden.

SEPA verursacht großen Aufwand für Unternehmen und Vereine

Durch SEPA wird der elektronische Zahlungsverkehr standardisiert, um in allen Mitgliedsstaaten gleich abgewickelt zu werden. Dementsprechend müssen Unternehmer und Vereine ihre Buchhaltungs- und Zahlungssysteme auf die neuen Verfahren umstellen. Zu den Umstellungsarbeiten gehören das Einpflegen der neuen Bankkennungen von Kunden, Zulieferern und Geschäftspartnern sowie die Integration des SEPA-Lastschriftverfahrens in die Buchhaltung- und Kundenverwaltungssysteme. In der Regel lässt sich Unternehmenssoftware recht einfach mit einem Update auf den neuesten Stand bringen. Der Softwarehersteller Lexware informiert darüber, worauf bei der Umstellung der Software auf SEPA zu achten ist.

Wenn jedoch manuelle Anpassungen notwendig sind, verursachen diese je nach Unternehmens- und Vereinsgröße erheblichen Personal- und Zeitaufwand. Dies ist vor allem beim neuen Lastschriftverfahren der Fall. Während bei der SEPA-Überweisung nur die neue Bankkennung aus IBAN und BIC zu berücksichtigen ist, ist die SEPA-Lastschrift deutlich komplizierter als das Lastschriftverfahren, das man in Deutschland gewöhnt ist.

Das SEPA-Lastschriftverfahren verlangt eine Mandatsverwaltung, da für jede Lastschrift fortan eine eindeutig nachweisbare Einverständniserklärung des Zahlungspflichtigen, das SEPA-Mandat, notwendig ist. Dieses muss durch eine Mandatsreferenznummer und die Gläubiger-ID eindeutig zugeordnet werden können.

Die Gläubiger-ID müssen Unternehmen einmalig bei der Deutschen Bundesbank beantragen. Darüber hinaus muss der Zahlungsempfänger den Kontoinhaber 14 Tage im Voraus über den Bankeinzug informieren, und auch der Zahlungspflichtige muss seine Bank vor dem erstmaligen Abbuchen über die Lastschrift informieren.

Trotz Fristverlängerung Umstellung nicht aufschieben!

Was trotz der Fristverlängerung keinesfalls passieren sollte, ist die SEPA-Umstellung aufzuschieben. Das betont auch Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Für alle Marktteilnehmer muss die SEPA-Umstellung weiterhin allerhöchste Priorität besitzen. Sie darf keinesfalls ein Freibrief für die Vernachlässigung dieses Projekts sein. Je früher die Umstellungsarbeiten abgeschlossen sind, desto besser. Denn durch den Aufschub wird der Arbeitsaufwand nicht weniger, und wir stehen in einem halben Jahr erneut vor demselben Problem.

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