Inventorum: das iPad als Kasse für den Einzelhandel



Er absolvierte Stationen in den USA, erlebte das Platzen der .com Blase live mit, gründete bereits vier Start-ups und möchte nun mit seiner neuesten Geschäftsidee Inventorum, einem Kassen- und Warenwirtschaftssystem auf Basis des iPads, den Einzelhandel aufrollen.

Wir sprachen mit Gründer Christoph Brem über seine Zeit im Silicon Valley, warum ein iPad Tablet als Ersatz für die Kasse sinnvoll sein kann und auch über die Entbehrungen, die das Leben als Gründer mit sich bringen kann.

Recitfga-bsl.info: Guten Tag Herr Brem, Sie haben viele Jahre in den USA verbracht unter anderem auch im Gründermekka Silicon Valley, wo IT-Riesen wie Apple und Facebook heimisch sind. Wie hat Sie diese Zeit insbesondere im Hinblick auf Entrepreneurship geprägt?

Christoph Brem, Inventorum: Diese Zeit hat mir beide Seiten der Medaille gezeigt. Zum einen die Energie und der Einsatzwille der Leute in den USA, um Dinge voranzutreiben. „The sky ist the limit“ ist ein beliebter Satz. Egal was man vorschlägt, niemand erklärt dich für verrückt, sondern findet es erst einmal toll und fragt, wie du es umsetzen willst. Wenn es Sinn macht, investieren dann die entsprechenden Leute auch sehr schnell.

Andererseits habe ich aber vor allen Dingen um 2000/01 erfahren, wohin dieser grenzenlose Optimismus führen kann. Ich hatte einmal ein Büro neben dem damaligen Internet Start-up Webvan, die in kurzer Zeit eine Milliarde Dollar ausgegeben haben, ohne dass das Geschäftsmodell genau untersucht wurde. Trotzdem denke ich, dass die Erfahrungen aus dem ersten .com Boom äußerst nützlich für die heutige Entwicklung und Erfolge wie Google und Facebook waren.

Portrait des Gründers und Serial Entrepreneur Christoph Brem
Gründer und Serial Entrepreneur Christoph Brem

Recitfga-bsl.info: Was hat Sie motiviert Inventorum zu gründen und wie ist die Idee entstanden?

Christoph Brem, Inventorum: Nach der Erfahrung aus vier Start-ups in 12 Jahren wollte ich noch einmal eine eigene Firma von Grund auf hochziehen. Der Grund für Inventorum kam aus drei Ecken: Der Einzelhandel wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Meine Mutter hat 30 Jahre lang ein eigenes Geschäft betrieben und ich habe viel Zeit dort verbracht, gesehen was Inventar bedeutet und wie viel Aufwand die Büroarbeit verschlingt. Zudem habe ich die letzten 12 Jahre meines Berufslebens im Mobile-Commerce, mit ERP und mit CRM Systemen verbracht.

Mein Ziel war es immer, möglichst viele Vorteile dieser neuen Technologien auch für kleine Unternehmen zugänglich und erschwinglich zu machen. Zu guter letzt glaube ich, dass gerade die kleinen und meist inhabergeführten Einzelhändler äußerst wichtig für das soziale Gefüge einer Stadt sind. Mit E-Commerce ist für diese Händler ein neues Feld entstanden, das wir als Chance und nicht als Bedrohung sehen. Inventorum will genau dort ansetzen.

Recitfga-bsl.info: Warum soll ein Einzelhändler seine altgediente Kasse durch ein iPad ersetzen?

Christoph Brem, Inventorum: Das hat weniger mit dem iPad zu tun als eine moderne Plattform zu nutzen, die es dem Ladeninhaber ermöglicht, die täglichen Prozesse im Ladengeschäft mit den Bestellungen aus dem Webshop zu verbinden und dabei auch die Kundenbeziehungen managen kann. Dabei soll das System einfach zu nutzen sein, kosteneffizient und sicher sein. Das iPad macht Sinn, da es ein geschlossenes System ist, daher sicherer als zum Beispiel Android. Unsere Plattform ist aber derart aufgebaut, dass wir in Zukunft leicht auf andere Endgeräte umstellen können.

Recitfga-bsl.info: Welche Voraussetzungen braucht ein Einzelhändler, um Inventorum einzusetzen und welche Kosten sind damit verbunden?

Christoph Brem, Inventorum: 

Die Voraussetzung ist zunächst einmal nur ein iPad. Die grundlegenden Funktionen einer Kasse bieten wir kostenlos an. Erst erweiterte Funktionen, der Webshop und die Anbindung an eBay sind dann kostenpflichtig.

Recitfga-bsl.info: Sowohl der High-Tech Gründerfonds als auch die Klingel Versandgruppe haben sechsstellige Beträge in Ihr Start-up investiert. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Ihren Finanzierungspartnern?

Christoph Brem, Inventorum: Wir freuen uns sehr, diese renommierten Partner gewonnen zu haben. Der HTGF hat neben seinem hohen Ansehen beste Beziehungen zur deutschen Wirtschaft und kann uns besonders beim Wachstum mit Partnern sehr behilflich sein. Die Klingel Gruppe ist seit fast hundert Jahren erfolgreich im Versandhandel tätig, kann uns operativ unterstützen und besonders bei der Warenwirtschaft viel Expertise beitragen.

Das Kassensystem von Inventorum in Aktion
Das Kassensystem von Inventorum in Aktion

Recitfga-bsl.info: Welche Tipps können Sie angehenden Gründern geben, die auf Investorensuche sind?

Christoph Brem, Inventorum: Man braucht einen langen Atem und darf sich nicht schnell entmutigen lassen. Gerade in Deutschland sind Investoren nicht so risikofreudig wie zum Beispiel in den USA. Daher am besten immer einen Plan, mit dem man irgendwann Geld verdient. Facebook wäre so zwar nie gegründet worden, aber das ist eben der Unterschied zwischen Silicon Valley und der Berliner Silicon Allee.

Das Wichtigste ist von seiner Idee selbst 100% überzeugt zu sein und diese Leidenschaft auch in die Präsentation mitzubringen. Ob diese Leidenschaft auch geschäftlich Sinn macht, erkennt man nach einiger Zeit selbst, wenn einem nach vielen Präsentationen auf den Zahn gefühlt wurde.

Recitfga-bsl.info: Welche Marketingkanäle nutzen Sie, um Inventorum in den Einzelhandel zu bringen – gehen Sie auch von „Tür zu Tür“?

Christoph Brem, Inventorum: Wir werden auch von Tür zu Tür gehen, können aber nur richtig wachsen, wenn wir bekannte Kanäle über Suchmaschinen und Werbung nutzen. Außerdem sind wir immer auf der Suche nach Partnerschaften, die für beide Seiten Sinn machen und Vertriebssynergien haben.

Recitfga-bsl.info: Welches Fazit ziehen Sie unter Ihr Gründerjahr 2013?

Christoph Brem, Inventorum: Wir haben grandiosen Fortschritt gemacht, auch wenn und gerade weil am Ende ein anderes Ergebnis vorlag, als zu Beginn geplant war. Das liegt an der kundennahen Entwicklung, die wir betreiben. Selbst wenn wir etwas toll finden, muss das nicht so beim Kunden sein und so haben wir viele Anpassungen gemacht.

Recitfga-bsl.info: Was sind die nächsten Schritte in der Unternehmensentwicklung von Inventorum?

Christoph Brem, Inventorum: Wir haben viele Features auf dem Entwicklungsplan, die noch umgesetzt werden müssen. Aber das Wichtigste ist die bestehenden Kunden weiterhin glücklich zu machen und neue Kunden hinzuzugewinnen. Außerdem wollen wir noch eine weitere Finanzierungsrunde abschließen, um die Verbindung zwischen dem Ladengeschäft, dem Webshop und Portalen wie zum Beispiel eBay noch besser und schneller umsetzen zu können.

Recitfga-bsl.info: Und zum Abschluss: Welche Tipps haben Sie für Gründer parat, um möglichst erfolgreich zu gründen?

Christoph Brem, Inventorum: Nimm Dir die Zeit die richtigen Leute einzustellen. Auch wenn in der Gründungsphase jede Woche wie eine Ewigkeit scheint, so rächt es sich doch am Ende. In einem Vortrag habe ich einmal gehört, sich für das richtige Team sechs Monate Zeit zu nehmen. Damals habe ich den Autor für verrückt erklärt, jetzt gebe ich ihm Recht.

Recitfga-bsl.info: Welche Vorsätze haben Sie für dieses Jahr?

Christoph Brem, Inventorum: 

Letztes Jahr hatte ich eine Woche Urlaub. Ich habe meiner Frau und zwei Kindern versprochen, dies dieses Jahr zu verdoppeln. Wird auch kein Problem sein, wenn wir weiterhin so tolle Mitarbeiter einstellen, wie wir sie jetzt haben.

Recitfga-bsl.info: Dann wünschen wir Ihnen viel Glück bei Ihrem Vorhaben und bedanken uns herzlich für das Interview.

Kontakt Inventorum

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