„Das Synchronsprechen war schon immer eine Leidenschaft“



Die Selbstständigkeit als Synchronsprecher ist eher ein seltener Schritt der Unternehmensgründung. Aber gerade Nischen können ja auch interessante Wege bereit halten. Und so widmet sich die heutige Gründerstory der Selbstständigkeit als Synchronsprecher. Wir sprachen mit Jeffrey Wipprecht und Christian Zeiger über die besonderen Herausforderungen in diesem Beruf und das gemeinsame Projekt „Minas Abenteuer“, eine Kinder-Hörspielmusical als App.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Wipprecht, hallo Herr Zeiger, war der Weg in Ihre Selbstständigkeit eine Reihe von Zufällen oder angestrebtes Berufsziel? Und wie kam es dazu, dass Sie Synchronsprecher wurden?

Jeffrey Wipprecht: Ich wollte als Kind eigentlich immer Busfahrer werden. Das Synchronsprechen bzw. das Medium Hörspiel war aber schon immer eine Leidenschaft von mir. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich über 50 Hörspiele mit meinem Kassettenrecorder aufgenommen habe. Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich dann von meinem heutigen Synchrondisponenten Sascha Unnasch entdeckt. Mit 20 Jahren machte ich Zwischenstation beim Radio und war unter anderem beim FAZ Radio und dem MDR als Nachrichtensprecher tätig.

Christian Zeiger: Ich war schon immer vom Beruf des Synchronsprechers fasziniert und bin mit neun Jahren einfach zu einem Kindercasting gegangen – von Nichts kommt schließlich auch Nichts dachte ich mir – und es hat tatsächlich geklappt. Seit meinem Abitur arbeite ich nun Hauptberuflich als Synchronsprecher. Ich habe schon immer davon geträumt im Bereich Medien oder Schauspiel zu arbeiten und es freut mich jetzt umso mehr, dass ich dieses Berufsziel tatsächlich realisieren konnte.

Minas Abenteuer Sprecher
Jeffrey Wipprecht (l.) und Christian Zeiger (r.) schlossen sich für das Projekt „Minas Abenteuer” zusammen und holten weitere Sprecher mit ins Boot. Unter anderem mit dabei: Santiago Ziesmer (o.) Joko Winterscheidt (m.) und Sven Plate (u.) Bildquellen: Oliver Betke (links); Jens Drygalla (rechts)

Recitfga-bsl.info: Ihre Stimme ist Ihr Produkt – worauf ist dabei zu achten und wer sind Ihre Kunden?

Jeffrey Wipprecht: Da haben Sie Recht. Wir müssen sehr penibel darauf achten, dass wir unsere Stimme nicht überstrapazieren. Vor einem Sprechertermin auf ein Konzert gehen und mit der Menge schreien, das geht zum Beispiel nicht. Auch erkältet sein ist für uns ein großes Problem. Die Stimme klingt verfälscht und angeschlagen – das wollen unsere Kunden natürlich nicht hören. Diese sind übrigens ganz verschieden.

Neben Synchronstudios arbeiten wir häufig auch für TV- und Radiosender oder auch für Firmen, die auf der Suche nach einem Sprecher für ihr Unternehmens- oder Produktvideo sind.

Recitfga-bsl.info: Worin liegen die Herausforderungen bei der Selbstständigkeit als Synchronsprecher?

Jeffrey Wipprecht: Unser Beruf ist sehr abwechslungsreich, aber andererseits auch genauso risikoreich. Es gibt Auftragshöhen und –tiefen und wir wissen nie wie die Nachfrage im kommenden Monat sein wird. Eine Planungssicherheit wie in einem normalen Angestelltenverhältnis gibt es quasi nicht. Hinzu kommt, dass die Konkurrenzsituation in unserer Branche sehr groß ist. Absolventen von Schauspielschulen z.B. bieten ihre Stimmen regelmäßig auf dem Markt an. Da hilft nur Präsenz.

In unserem Job muss man es schaffen, auf Dauer in den Köpfen unserer Auftraggeber zu bleiben. Wir müssen mit jedem Wort und jedem Satz sofort überzeugen.

Dabei ist auch viel Menschenkenntnis gefragt, denn wir müssen uns ständig in unseren Kunden hinein versetzen – emotional und auf das jeweilige Produkt bezogen. Hinzu kommt das Thema Flexibilität. Spontane Einsatzbereitschaft gehört zu unserem Job wie die Stimme. Ist das nicht möglich, wird der nächste Synchronsprecher angerufen. Langfristig planen können wir nur selten.

Recitfga-bsl.info: Wie machen Sie im Detail Werbung und Marketing, um Aufträge zu gewinnen?

Christian Zeiger: Wir betreiben eigene Internetseiten, sind in verschiedenen Verbänden aus der Branche gelistet und verschicken Hörproben. Außerdem recherchieren wir oft nach potenziellen Auftraggebern, um uns und unsere Leistungen vorzustellen. Ein sehr wichtiges Tool für uns ist auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Persönliche Empfehlungen sind in unserer Branche sehr viel wert.

Jeffrey Wipprecht: Seit neuestem verwende ich die Plattform rankingCoach. Dabei handelt es sich um ein Programm, das Schritt für Schritt meine Internetseite optimiert. Damit erscheint meine Webseite schnell auf besseren Plätzen bei Google und das für einen geringen monatlichen Betrag.

Recitfga-bsl.info: Im Dezember 2013 erscheint Minas Abenteuer, ein Kinder-Hörspielmusical, auf dem Markt und vor allem als App. Wie sind Sie auf das Projekt gekommen und wie kam es letztendlich zur Zusammenarbeit an Minas Abenteuer?

Jeffrey Wipprecht: Ich hatte 2009 die Idee ein Hörspiel mit Musicalcharakter zu entwickeln, welches auch als App auf den Markt kommen sollte. Erfahrung auf diesem Gebiet war vorhanden, denn im Jahr 2006 produzierte ich bereits eine sechzigteilige Hörspiel-Novela unter dem Titel „Liebe im ersten Semester“. Nach diesem Mammutprojekt wollte ich unbedingt auch etwas für Kinder produzieren.

Minas Abenteuer Logo

 

Christian Zeiger: 
Ich fand das Projekt und die Idee von Anfang an großartig und wollte daran mitwirken – vor allem weil es so ein Konzept noch nicht gibt: ein Hörspielmusical für Kinder, welches begleitend auch als App produziert wird. 2012 ging die Arbeit dann richtig los bzw. weiter. Wir suchten Sprecher, stellten das „Buch“ fertig und präsentierten das Konzept Musikern und Künstlern.

Recitfga-bsl.info: Wie kam es zu der Idee, die App als zentrales Medium zu verwenden und welche Anforderungen stellte dies an die Entwicklung?

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Lesen Sie auf der nächsten Seite u.a. wer in den Gastrollen spricht, wie das Projekt finanziert wird und welche Tipps die Beiden für angehende Synchronsprecher parat halten. Zudem erhalten Sie eine Hörprobe von Mina.

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