Forscher und Studenten auf Kapitalsuche: der VC-Campus



An deutschen Hochschulen schlummert viel Innovationspotenzial. Um dieses abzurufen, veranstaltet das Gründerforum Ilmenau daher regelmäßig den VC-Campus. Frische Geschäftsideen von der Hochschule  werden mit Kapitalgebern zusammengebracht und unternehmerische Gedanken bei den Studenten und jungen Forschern verankert. Sven Müller, Organisator des VC-Campus, gibt im Interview einen Rückblick auf die Veranstaltung und berichtet von den spannendsten Ideen.

Recitfga-bsl.info: Guten Tag Herr Müller, am 16. Oktober war die Fachhochschule Erfurt Schauplatz des VC-Campus 2013, eine Matchingveranstaltung der Thüringer Hochschulen. Wie gestaltet sich denn die Gründerlandschaft an den Thüringer Hochschulen und Universitäten?

Sven Müller, VC-Campus: Die Thüringer Hochschulen sind von ihrem Spektrum her äußerst breit aufgestellt, was sehr viele Ähnlichkeiten zu einem Unternehmen aufweist, bei dem ebenfalls Know-how aus allen Bereichen – Technik, Betriebswirtschaft und Kommunikation – erforderlich ist. Somit bieten die Thüringer Hochschulen vom Ansatz her die besten Voraussetzungen, was Unternehmensgründungen angeht.

In der Realität des Jahres 2013 sind wir, was die Ausnutzung des Potenzials angeht, noch ein wenig hinterher, aber – und das ist enorm wichtig – der Trend zu einem Mehr an Ausgründungen ist in den letzten vier Jahren, in denen der VC-Campus ausgetragen wird, eindeutig zu erkennen.

Das ermutigt uns auch zukünftig, ehrenamtliches Engagement in die Umsetzung der Veranstaltung einzubringen. Wir sind uns sicher, dass wir langsam aber sicher das Denken aller Beteiligten – Studierende, Universitätsmitarbeiter und Professoren – für das Thema Gründung sensibilisieren können und zum Teil sensibilisiert haben.

Recitfga-bsl.info: Wie unterscheiden sich diese Gründungen von Start-ups auf anderen Matchingveranstaltungen? Wo sehen sie besondere Herausforderungen?

Sven Müller, VC-Campus: Die Besonderheit des VC-Campus ist, dass wir die Kapitalgeber und die Kapitalsuchenden auf Augenhöhe zu einanderfinden lassen wollen. Bei uns pitchen somit nicht nur die Kapitalsuchenden, sondern auch die Kapitalgeber. Gleichzeitig strecken wir – anders als andere Matchingveranstaltungen – die Hand in Richtung potenzieller Gründer, die noch weit von ihrer ersten Kapitalakquise entfernt sind.

Wir beziehen sogenannte Ideen-Pitches mit ein. Ziel dieser Ideen-Pitches ist nicht, die Akquise von Kapital, sondern die Suche nach Ideen. Im Publikum sitzen meist Hunderte Jahre von Erfahrungen bezüglich der Themen Erlösmodelle, Kommunikation und Technik. Warum sollten wir dieses Wissen, den potenziellen zukünftigen Gründern vorenthalten?

Das Publikum des VC-Campus verfolgt gebannt der  Präsentation des Teilnehmers myELF
Das Publikum des VC-Campus verfolgt gebannt die Präsentation des Teilnehmers myELF (Copyright: Manuel Neunkirchen, NEMIN.de)

Recitfga-bsl­.­de: Dieses Jahr stand das Thema ­Social Entrepreneurship im Fokus. Sind Gründungen, die einem guten Zweck dienen überhaupt finanzierungsfähig?

Sven Müller, VC-Campus: Sie haben vollkommen recht und es gibt auf diese Frage nur eine Antwort: Es ist enorm schwer, solche Gründungen zu finanzieren.

Aber wir denken, dass ­Social Entrepreneurship mit der weiteren Veränderung in der gesellschaftlichen Sichtweise und dem immer stärker werdenden Herausforderungen zu den Themen Globalisierung, Flüchtlinge, Alterspyramide relevanter für einen jeden von uns wird. Das bedeutet wiederum, dass dieses Thema zukünftig auch an klassischen ­VCs nicht vorbeigehen wird.

Wir sehen uns hier als Vorreiter und wollen dem Thema eine Bühne liefern – was uns auch gelungen ist.

Recitfga-bsl.info: Geben Sie unseren Lesern doch bitte zwei bis drei Beispiele für die Start-ups, die sich bei Ihnen präsentiert haben?

Sven Müller, VC-Campus: Zu den Gründern, die dieses Jahr beim VC CAMPUS ihre Ideen präsentiert haben, zählt

  • etwa das Team „Impulsdialog“. Zur besseren Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat das Team aus Jena ein interaktives, videogestütztes Online-Portal entwickelt, das den Betroffenen individuell Wege aus der Erkrankung aufzeigen soll.
  • Ebenfalls dabei war das Social-Startup „myELF“. Es schickt ein kleines, an einen Kabinenroller erinnerndes Gefährt an den Start, dessen Energiebilanz im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen richtungsweisend sein könnte.

Recitfga-bsl.info: Können Sie bereits von erfolgreichen Finanzierungen berichten?

Sven Müller, VC-Campus: Wir sind insbesondere auf zwei Projekte sehr stolz. Das ist zum einen der Innovationspreisgewinner 2012 des Freistaates Thüringen – die fayteq GmbH. Diese Gesellschaft hat auf dem VC-Campus ihre Investoren gefunden und konnte ihre erste Kapitalrunde in diesem Jahr abschließen. Zum anderen sind wir sehr stolz auf die pepperbill GmbH – die ebenfalls auf dem VC-Campus ihre Anschubfinanzierung gefunden hat und in diesem Jahr ihre zweite große Kapitalrunde vollzogen haben.

Sven Müller von VC-Campus
Sven Müller von VC-Campus

Recitfga-bsl.info: Wie fällt Ihr Fazit zu dem Event aus Sicht des Veranstalters aus?

Sven Müller, VC-Campus:

Grandiose Pitcher, aufgeschlossene Investoren, viele Gäste, tolle Gespräche und viele neue Kontaktanbahnungen zwischen Pitchern und Investoren.

Recitfga-bsl.info: Herr Müller,  vielen Dank für das Gespräch.

  • VC-Campus
    Website: www.vc-campus.de

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