Häßliche Früchtchen, Klimajacke und essbare Kaffeedeckel



Studenten gründen zu selten, war vor einigen Tagen in der Presse zu lesen. Daher möchten wir Ihnen heute einige Geschäftsideen vorstellen, die jungen und kreativen Köpfen entsprungen sind, die aber auch noch eine kleine Starthilfe zum erfolgreichen Start-up brauchen. Ugly Fruits verhilft auch häßlichen Früchtchen zu ihrem Einsatz – in Berlin gibt es mit Culinary Misfits bereits ein Pendant, das zeigt, wie man auch Schritt für Schritt starten kann. Bei Cookie-to-go wird ein Keks zu einem Kaffeebecherdeckel und KlimaJack ist eine tragbare Klimaanlage.

Ugly Fruits und Culinary Misfits – hier wird die krumme Gurke zum Star

Mit der Geschäftsidee Ugly Fruits wollen drei Studenten der Bauhaus-Universität Weimar dem Schönheitswahn im Lebensmittelhandel entgegenwirken. Ihr Motto lautet daher „Geschmack ist keine Frage des Aussehens“. Denn rund 40 % der Ernte von Obst- und Gemüsebauern werden aufgrund ihrer Form einfach weggeworfen. Dies tun die Landwirte nicht freiwillig, denn Supermärkte möchten dem Konsumenten nur normierte Einheitsware anbieten und verkaufen. Eine Verschwendung aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht. Die Kosten für die weggeworfene Ware muss der Verbraucher nämlich mittragen. Das Ziel der Geschäftsidee Ugly Fruits ist es, Ressourcen zu sparen und dieser enormen Lebensmittelverschwendung Einhalt zu gebieten.

bauernkampagne
Die „Bauernkampagne“ von Ugly Fruits: Klare Ansagen von den beteiligten Landwirten (Quelle uglyfruits.eu)

Die Problematik wird schon seit langem in der Öffentlichkeit angeprangert. Die drei Erfinder von Ugly Fruits haben nun ein pfiffiges Marketingkonzept entwickelt, um auch das einzigartig geformte Obst und Gemüse an die Kunden zu bringen. Sie deklarieren die Ausschussware als etwas Besonderes und stellen statt perfekten Formen Vielfalt und Entdeckungslust in den Mittelpunkt. So wird beispielsweise in einer Ihrer Kampagnen aus einer auffällig geformten Erdbeere ein „Erdbärchen“. Der Kunde wird aufgerufen, neue Formen zu entdecken und in den Social Media Kanälen mit anderen zu teilen. In einer anderen Kampagne lassen die Ugly Fruits Erfinder die Landwirte zu Wort kommen. Mit markanten Sprüchen prangern diese die Verschwendung ihrer Erzeugnisse an.

Die "Assoziationskampagne" von Ugly Fruits - aus Erdbeere wird Erdbärchen (Quelle uglyfruits.eu)
Die „Assoziationskampagne“ von Ugly Fruits – aus Erdbeere wird Erdbärchen (Quelle uglyfruits.eu)

Durch die Umdeutung von einem Abfallprodukt zu einem hippen Lebensmittel schafft Ugly Fruits ein innovatives Ladenkonzept. Ware, die es sonst nicht zum Supermarkt geschafft hätte, soll direkt vom Bauern bezogen und in den Ugly Fruits Geschäften angeboten werden. So steht Ugly Fruits nicht nur für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, es hilft auch die Offenheit der Konsumenten gegenüber der Vielfalt der Natur zu fördern. Denn das Obst und Gemüse mag zwar optisch nicht der Norm entsprechen, geschmacklich ist es aber einwandfrei. Die drei Studenten hinter dieser Geschäftsidee sind auf der Suche nach einem Kapitalgeber mit dessen Hilfe sie tatsächlich aus ihrer innovativen Diplomarbeit das Ladenkonzept Ugly Fruits entstehen lassen können.

Mit der gleichen Motivation betreiben zwei Berlinerinnen seit über einem Jahr einen mobilen Essenstand in Kreuzberg. Mittlerweile konnte die Geschäftsidee Culinary Misfits auf der Crowd-funding Plattform startnext.de sogar 15.000€ für die Eröffnung eines Ladens sammeln, bei dem ausschließlich vegetarische Produkte und Gerichte aus Gemüse und Obst angeboten werden, das sonst weggeworfen worden wäre. Eine Eröffnung steht noch aus, denn die Gründerinnen von Culinary Misfits sind noch auf der Suche nach einem geeigneten Lokal in Berlin.

Eine der Gründerinnen mit ihrem "Misfit" (Quelle: culinarymisfits.de)
Eine der Gründerinnen mit ihrem „Misfit“ (Quelle: culinarymisfits.de)

Weitere Informationen zu diesen Geschäftsideen finden Sie auf und .

Textilklimatisierung mit KlimaJack

Ein Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie hat etwas entwickelt, das einem Science-Fiction-Film entsprungen sein könnte: eine Klimaanlage in der Jacke. Doch was wie Zukunftsmusik klingt, bietet heute schon reale Vorteile. Laut Studien nimmt die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Menschen zwischen 30 und 35 Grad extrem ab. Beispielsweise Polizisten und andere Berufsgruppen, die auch in den heißen Sommermonaten Schutzkleidung tragen müssen, profitieren besonders von dieser Geschäftsidee. Außerdem kann sie kreislauf- oder herzschwache Menschen vor Hitzschlag schützen.

Ein Mannequin ausgestattet mit dem KlimaJack (Quelle: KIT)
Ein Mannequin ausgestattet mit dem KlimaJack (Quelle: KIT)

 

So funktioniert die Textilklimatisierung KlimaJack: In einer dünnen Textilweste sind kleine Sensoren, Luftkanäle und Ventilatoren eingebaut, die mit einem Gewicht von insgesamt 700 g nicht besonders zur Last fallen. Ein kleines herausnehmbares Modul steuert die Klimatisierung und überwacht zugleich Körperklima und Energieumsatz des Trägers über biometrische Werte wie Temperatur, Hautfeuchtigkeit, Puls und Bewegung. Mit Hilfe eines vorausschauenden Regelungsalgorithmus gewährleistet die Geschäftsidee KlimaJack eine vollautomatische Regelung der eigenen Körpertemperatur bevor es zu einem Schweißausbruch kommt.

Außerdem kann der Träger die Klimatisierung zusätzlich manuell einstellen. Die textilintegrierte Kühlung behindert durch ihre Flexibilität nicht bei der Arbeit, ist leicht und geräuscharm. Außerdem benötigt KlimaJack ein Tausendstel der Energie einer Raumklimaanlage. Sie ist in die üblichen Herstellungsprozesse der Textilindustrie integrierbar. Das Produkt ist Ergebnis von drei Jahren Forschung und hat 2008 einen Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewonnen und wurde so teilfinanziert. KlimaJack steht kurz vor der Produktionsphase und Markteinführung. Weiteres Material zu der Geschäftsidee KlimaJack .

Cookie-to-go begleitet Kaffeeliebhaber

Um Müllvermeidung geht es bei der Geschäftsidee Cookie-to-go. Studenten der Bio- und Lebensmittelchemie aus Karlsruhe haben bei der diesjährigen TROPHELIA eine schmackhafte Alternative zum Plastikdeckel für To-Go-Becher vorgestellt und belegten mit ihrer Geschäftsidee den zweiten Platz. Der TROPHELIA Europe ist ein Ideenwettbewerb für Studenten der Lebensmittelwissenschaften bei dem eine innovative Produktidee und aktuelle Verbrauchertrends verbunden werden sollen. Außerdem soll sie Aspekte der Produktentwicklung mit aufgreifen: Nachhaltigkeit, (Verpackungs-)Technik, Rechtliches, Ökonomie und Handel.

Genau das macht die Geschäftsidee Cookie-to-go. Bei einem jährlichen Konsum von etwa achtzig „Kaffee zum Mitnehmen“ pro Person fällt reichlich Müll an. Der Becher aus recycelter Pappe kann zwar einem umweltbewussten Anspruch gerecht werden, der schützende Deckel aus Plastik jedoch nicht. Die fünf Studenten hinter der Geschäftsidee Cookie-to-go entwickelten einen Mürbeteigkeks der als essbarerer Deckel passgenau den Becher verschließt und zugleich eine kleine Leckerei für unterwegs darstellt. Die speziell entwickelte Teigmischung soll den Kaffeebecher ebenso gut verschließen wie die bisher gebräuchlichen Plastikdeckel und weicht auch beim Kontakt mit dem heißen Kaffee nicht auf.

Der Cookie-to-go in Bildern (Quelle: fei-bonn.de/trophelia-2013)
Der Cookie-to-go in Bildern (Quelle: fei-bonn.de/trophelia-2013)

Die Geschäftsidee Cookie-to-go ist nicht nur umweltfreundlich, sie bietet auch Geschmacksvariationen von schokoladig, fruchtig über süß. Das leichte Erwärmen des Cookie-to-go über dem Kaffeedampf verstärkt zudem das Geschmacksaroma des Kekses. Die Studenten wollen die Geschäftsidee Cookie-to-go für den Markt tauglich machen und suchen nun Investoren und Partner aus der Lebensmittelwirtschaft. Kontakt zu den Gründern können Sie hier aufnehmen. Auf informiert die Geschäftsidee Cookie-to-go über den aktuellen Stand ihrer essbaren Kafeedeckel.

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