Nachfolge und Notfall planen: Elmar Wendland im Gespräch



Besteht in Ihrem Unternehmen eine Nachfolgeregelung – sei es für eine Übergabe aus Altergründen oder auch für den Notfall, wenn Sie einen Unfall haben sollten? Wenn nicht, stehen Sie nicht alleine da. Eine Studie vom UHD Hessen ergab, dass 2/3 der befragten Unternehmer aus Hessen für solche Situationen nicht hinreichend vorgesorgt haben und das Thema Unternehmensnachfolge nicht für relevant halten.

Ein großer Irrtum, denn im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalles kann ein Unternehmen schnell vor dem Aus stehen. Wir sprachen mit Elmar Wendland von der UHD Hessen über die Ergebnisse der Studie, wie sich Unternehmer über die Unternehmensnachfolge informieren und sie ihr Lebenswerk vor diesem Szenario am besten schützen. Zudem finden Sie hier auch eine Checkliste für den Notfallkoffer, wie er in jedes Unternehmen gehört.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Wendland, vielleicht stellen Sie sich und die UHD Hessen zu Beginn für unsere Leser kurz vor.

Elmar Wendland von der UHD Hessen: Guten Tag, Herr Klein. Die UHD Hessen GmbH ist die Beratungs- und Serviceeinrichtung der hessischen Einzelhandelsverbände. Sie unterstützt Existenzgründer und Unternehmen aus sämtlichen Branchen und kann an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kommunen sinnvolle Unterstützung bieten, beispielsweise wenn externe spezialisierte Beratungsleistungen erforderlich sind. In diesem Rahmen informiert die UHD Hessen über Förderprogramme und vergibt als Leitstelle des Hessischen Wirtschaftsministeriums Fördermittel in Form von Zuschüssen.

Zu meiner Person: Ich bin bei der UHD Hessen verantwortlich für den Bereich Förderprogramme und Fördermittelberatung und versuche Gründer und Unternehmen auf diesem Wege nachhaltig zu unterstützen.

Recitfga-bsl.info: Sie haben im letzten Jahr eine Studie mit dem Titel „Stabwechsel im Unternehmen – Nachfolgeregelung ist Chefsache“ herausgebracht. Was war die Motivation für die Studie und wer wurde befragt?

Elmar Wendland von der UHD Hessen: Die Motivation für die Studie lag vor allem darin, dass wir aktuelle Daten von den Unternehmen erhalten wollten, wie sie ihre Lage selbst einschätzen. Durch diese Daten können wir unser erfolgreiches Förderprogramm „Kampagne für Weitermacher“ auch in Zukunft so gestalten, dass wir optimal auf die Unternehmen und ihre Bedürfnisse abgestimmte Unterstützungsmaßnahmen anbieten können.

Entsprechend der Zielgruppe des Förderprogramms wurden hauptsächlich hessische Einzelhandelsunternehmen angesprochen; wir hatten jedoch durch bundesweite Presseartikel auch Rückmeldungen aus anderen Bundesländern.

Unternehmensnachfolge versinnbildlicht durch Übergabe des Staffelstabes
Stabwechsel für Unternehmer (Quelle: UHD Hessen)

Recitfga-bsl.info: Was sind die zentralen Ergebnisse der Studie – sind die hessischen Handelsunternehmen Nachfolge-ready?

Elmar Wendland von der UHD Hessen: Als Ergebnis der Studie kann man festhalten, dass sich viele Unternehmer mit dem Thema der Unternehmensnachfolge aus unterschiedlichen Gründen nicht beschäftigen (33 %). Fast genauso groß ist die Gruppe der Unternehmer, die sich zwar mit dieser Fragestellung auseinandersetzen, allerdings noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden haben (32 %).

Insgesamt kann man also zusammenfassen, dass bei nur etwa einem Drittel der befragten Unternehmen die Nachfolge geregelt ist. Dies sollte, vor allem vor dem Hintergrund des fortschreitenden demographischen Wandels, allen Beteiligten zeigen, dass hier noch große Aufgaben warten.

Recitfga-bsl.info: Woran liegt es, dass sich die Unternehmer mit dem Thema Nachfolge noch nicht so aktiv auseinandersetzen?

Elmar Wendland von der UHD Hessen: Hier gab es bei unserer Untersuchung eine ganz klare Tendenz dazu, dass viele Unternehmer der Meinung sind, dass diese Thematik für sie noch nicht relevant sei. Dies ist, so können wir aufgrund unserer täglichen Erfahrungen mit Beratungsfällen sagen, eine riskante Fehleinschätzung, die darin begründet liegt, dass viele Unternehmer das Thema Nachfolge immer noch auf die Altersnachfolge, also die Übergabe aus Altersgründen, beziehen.

Jedoch gibt es genügend Situationen, in denen Unternehmer sehr kurzfristig ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können, z. B. durch Unfall oder Krankheit. Wenn für derartige Fälle nicht ausreichend und frühzeitig Vorsorge getroffen wird, ist die Existenz des Unternehmens, und damit auch die der Angestellten, oftmals akut bedroht.

Eine weitere Ursache dafür, dass sich Unternehmer noch nicht mit der Thematik „Nachfolge“ auseinandergesetzt haben, ist der Mangel an zeitlichen und/oder personellen Ressourcen. Dies ist insbesondere in kleineren Unternehmen ein sehr ausgeprägtes Problem.

Recitfga-bsl.info: Gibt es noch nicht ausreichend Informationsangebote rund um die Nachfolge oder wo sehen die Befragten hier Defizite?

Elmar Wendland von der UHD Hessen: Es gibt eine Vielzahl von Angeboten und Informationsstellen, die sich mit diesem Thema befassen. Leider ist es jedoch so, dass der einzelne Unternehmer diese Unterstützung nicht wahrnimmt, häufig aus Unwissenheit. Hier liegt es an uns, den Förderinstitutionen, zusammen mit unseren Partnern aus der Wirtschaft, z. B. den Verbänden, Kammern und Wirtschaftsförderungen, proaktiv diesen Mangel zu beseitigen und auch weiterhin die Unternehmer umfassend über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

Recitfga-bsl.info: Eine Nachfolge tritt ja leider oft auch nicht planmäßig ein, sondern kann auch durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit erforderlich werden – sind denn die Unternehmen darauf vorbereitet?

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Auf der nächsten Seite finden Sie auch eine Checkliste für den Notfallkoffer.

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