Coworking Spaces in der Praxis: Nina Anika Klotz und Philipp Roth



Als Gründer ist man oft nicht orts- bzw. bürogebunden, sondern kann sich aussuchen, wo man gern seiner Arbeit nachgehen möchte. Ob man nun im Café, in den eigenen vier Wänden oder Bürogemeinschaften am liebsten arbeitet, bleibt dem Selbstständigen überlassen.

Immer häufiger kommt für viele Gründer und Freiberufler heutzutage der Coworking Space infrage. Dieser Dienst bietet seinen Nutzern und Nutzerinnen neben dem Stellen eines Arbeitsplatzes auch weitere Dienste wie die Einrichtung einer Geschäftsadresse gegen ein -vergleichsweise geringes- Entgelt. Wir sprachen mit Philipp Roth -einem der Betreiber von mobilesuite in Berlin- sowie der Nutzerin Nina Anika Klotz über den Service und dessen Vorteile.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Roth, wir haben ja bereits vor einiger Zeit über Coworking bei Ihnen in Berlin gesprochen – fassen Sie daher doch Ihr Angebot nochmals kurz zusammen.

Philipp Roth von mobilesuite: Bei mobilesuite Coworking bieten wir flexible Dienstleistungen rund um das Thema flexibles Arbeiten an. Im Coworking Space findet man neben Platz zum produktiven Arbeiten, auch eine Art Plattform zum privaten und beruflichen Austausch.

Flexibel heißt vor allem, dass es keine langfristigen Mietverträge, Kautionen, Provisionen oder Nebenkostenabrechnungen gibt, sondern, dass man jederzeit vorbeikommen und Mitglied werden kann.

Vor Ort versuchen wir, auch räumliche Flexibilität anzubieten – dass also jeder, der sich nicht an einen bestimmten Arbeitsplatz oder Büroraum binden möchte, sich jederzeit das für seine Aufgabe passende Umfeld aussuchen kann.

Arbeitsplätze bei mobilesuite in Berlin, Prenzlauer Berg (Bildquelle: mobilesuite.de)

Recitfga-bsl.info: Wer gehört bei Ihnen konkret zu den Nutzern des Coworking-Angebots?

Philipp Roth von mobilesuite: Die Mischung vor Ort ist tatsächlich recht bunt. Natürlich haben wir viele Gründer und Gründungswillige im Standort sitzen, aber auch ebenso viele etablierte Freiberufler, Freelancer oder Angestellte größerer Firmen, die sich ihren Arbeitsplatz selbst aussuchen können. Zum Teil siedeln Firmen ganze Teams in unseren Büroräumen an, vor allem, um diesen ein angenehmes, inspirierendes Umfeld zu bieten.

Recitfga-bsl.info: Und mit welchen Kosten müssen Gründer und Selbstständige rechnen?

Philipp Roth von mobilesuite: Das hängt ganz davon ab, wie häufig bzw. intensiv Sie den Coworking Space nutzen. Da viele unserer Coworker Freelancer und vergleichsweise Arbeitsplatz-ungebunden sind, kommen Sie oft nur für 1-2 Tage in der Woche vorbei, dann wieder für eine Zeit lang deutlich häufiger. Aus diesem Grund haben wir uns für ein Tarifsystem entschieden, das die verschiedenen Ansprüche möglichst gut aufgreift. Für einen eher sporadisch vorbeikommenden Coworker macht es keinen Sinn, jeden Tag des Monats zu bezahlen.

Unser kleinster Tarif kostet momentan 39€ im Monat, der größte, der dann auch direkt alle Werktage des Monats abdeckt, kostet 199 €. Die Tarife lassen sich monatlich wechseln oder kündigen, sodass man sicherstellen kann, stets den Tarif zu nutzen, der die momentane Arbeitsrealität widerspiegelt.

Einer der Gründer des Coworking-Space mobilesuite in Berlin, Prenzlauer Berg: Philipp Roth
Einer der Gründer des Coworking Space mobilesuite in Berlin, Prenzlauer Berg: Philipp Roth

Recitfga-bsl.info: Arbeitsplätze sind eine Komponente der flexiblen Arbeitswelt, was können Sie Selbstständigen noch bieten?

Philipp Roth von mobilesuite: Neben dem reinen Arbeitsplatz – im Sinne von Schreibtisch, Sitzmöbel – bieten wir einige zusätzliche Leistungen, die man sich ebenfalls monatlich hinzubuchen kann. Viele Gründer möchten beispielsweise von Anfang an eine verlässliche, repräsentative Geschäftsadresse haben. Diese richten wir innerhalb kürzester Zeit ein und übernehmen auch gerne den kompletten Postservice. Darüber hinaus übernehmen wir mit dem mobilesuite Telefonservice auf Wunsch auch die flexible 24/7-Anrufannahme im Namen des Kunden – etwas, das für Selbstständige sonst praktisch nicht zu gewährleisten ist.

Im Coworking Space vor Ort haben wir außerdem ein eigenes Bistro, Konferenzräume und einige weitere Annehmlichkeiten. Neben diesen eher formalen Gründen für Coworking, ist, gerade für Selbstständige, natürlich auch die Möglichkeit des Austauschens untereinander ausschlaggebend.

Recitfga-bsl.info: Frau Klotz, was machen Sie als Selbstständige?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und Coworkerin: Ich arbeite als freie Journalistin. Am häufigsten und liebsten schreibe ich über Essen und Trinken für Gourmet- und Lifestyle- aber auch für Wirtschaftsmagazine wie Capital und Business Punk.

Recitfga-bsl.info: Und was war Ihre Motivation zu gründen?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und CoworkerinStürmische Zeiten in meiner Branche. Den Verlagen geht es nicht besonders, das klassische Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft läuft mies, Journalisten verlieren ihre Jobs. Das ist natürlich auch für Freie ein Problem, aber wenn ich für mehrere Medien schreibe, verteile ich mein Risiko zumindest ein bisschen. Außerdem habe ich als Freie mehr Möglichkeiten zu schauen, was kann man als Journalist sonst noch machen (um im günstigsten Fall sogar ein bisschen Geld mit zu verdienen), ich kann neue Publikationsformen ausprobieren.

Darüber hinaus schätze ich es an meiner Selbstständigkeit sehr, dass ich mir Themen, über die ich schreibe, zu einem guten Teil selbst aussuchen kann. Und ich bin zumindest einigermaßen standortunabhängig – was auch ein Grund war, mich selbstständig zu machen. Ich wollte nach Berlin ziehen.

Recitfga-bsl.info: Warum haben Sie sich für Coworking statt für ein „normales” Büro oder ein ausschließliches Homeoffice entschieden?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und Coworkerin

Ich habe eineinhalb Jahre von zuhause gearbeitet. Das ging anfangs super, ich war so motiviert, weil ich es als Freie einfach schaffen wollte, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie verdammt einsam man als Heimarbeiter wird. Einsiedlerkrebsartig. Irgendwann fiel mir plötzlich die Decke auf den Kopf.

Und warum kein „normales” Büro? Abhängig davon, was damit gemeint ist. Bürogemeinschaften fand ich nicht so optimal wie den Coworking Space, weil es sich da eigentlich nicht vermeiden lässt, dass man ständig jemandem beim Telefonieren oder so zuhören muss. Einfach, weil’s kleiner und enger ist. Mit einem „normalen” Büro für mich alleine hättte ich nichts gewonnen und wäre genauso ein Emerit. Ganz ehrlich schätze ich auch den Komfort, dass man sich im Coworking Space um nichts kümmern muss, kein Klopapier einkaufen oder die Druckerpatrone wechseln, die Kaffeemaschine putzen oder die Heizkostenabrechnung auseinanderklamüsern– alles wird einem abgenommen. Das ist schon Gold wert.

Recitfga-bsl.info: In Berlin gibt es ja dann eine ganze Reihe an Coworking-Angeboten, warum fiel Ihre Wahl auf mobilesuite Coworking?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und CoworkerinIn erster Linie der Lage wegen – von mir zuhause ist das der nächste. Aber seit ich ihn kenne, denke ich, würde ich auch eine weitere Anreise auf mich nehmen. Es ist nämlich wirklich nett da.

Die freie Journalistin Nina Anika Klotz schreibt häufig über Essen und Trinken in Gourmet- und Lifestylemagazinen
Die freie Journalistin Nina Anika Klotz schreibt häufig über Essen und Trinken in Gourmet- und Lifestylemagazinen

Recitfga-bsl.info: Wie oft sind Sie in der Regel in der Woche bei mobilesuite Coworking Berlin?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und CoworkerinIch habe ein Ticket, mit dem ich theoretisch jeden Tag da sein könnte. Es gibt Monate, da mache ich das auch so, und andere, da bin ich viel unterwegs, Recherchereisen, Interviews und so. Ganz grob im Schnitt würde ich sagen vier von fünf Tagen.

Recitfga-bsl.info: Wo sehen Sie mittlerweile die größten Vorteile – und gibt es auch hin und wieder ein paar Defizite für die tägliche Arbeit?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und CoworkerinWie bereits gesagt: Man muss sich um nichts kümmern. Das ist super. Außerdem ist im Vergleich zum Homeoffice die „soziale Kontrolle” hilfreich: Wenn alle um einen herum arbeiten (oder zumindest glaubhaft den Eindruck machen das zu tun), kann man nicht ohne schlechtes Gewissen vor sich hin prokrastinieren. Außerdem ist so ein Weg zur Arbeit, der weiter ist als der vom Bad an den Schreibtisch, ganz schön.

Und wenn ich unbedingt nach einem Manko suchen müsste: Für manche Telefonate ist der Coworking Space nicht ganz ideal. Wenn ich längere Telefoninterviews führe zum Beispiel. Da lege ich Gespräche auf Lautsprecher und zeichne das auf – das geht nicht so gut da.

Recitfga-bsl.info: Was würden Sie Gründern raten, die derzeit überlegen, welcher „Arbeitsplatz” es sein soll?

Nina Anika Klotz, freie Journalistin und CoworkerinÜberlegt euch, dass man um zuhause arbeiten zu können, sich schon sehr gut konzentrieren können muss. Und dass man sich, wenn man ein eigenes Büro anmietet um ganz schön viel Mist kümmern muss, vom Internetanschluss bis zum Milch kaufen. Meiner Erfahrung nach arbeitet man als Selbstständiger tendenziell eh mehr und länger als Angestellte. Da muss man sich schon überlegen, ob man da abends noch ein Büro saugen oder einen Wasserkasten wegbringen will.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt

  • Philipp Roth
    Pappelallee 78/79
    10437 Berlin Deutschland
    E-Mail: [email protected]
    Website: www2.mobilesuite.de

  • Nina Anika Klotz
    Freie Journalistin
    E-Mail: [email protected]
    Website: www.misstype.de
www.optiontradingstrategies.net/th/iq-option/

http://sledoc.com.ua

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