Gründerstory… heute mit Matthias Ehinger von IdeaClouds



Auf dem Portal Recitfga-bsl.info stellen sich regelmäßig Existenzgründer und Selbstständige mit ihrer Geschäftsidee und ihrem Unternehmen vor. Heute sprechen wir mit Gründer Matthias Ehinger von dem Start-up perceptos, das die Software IdeaClouds zur interaktiven und systemischen Ideenfindung entwickelt, die Kreativitätstechniken neu anwendbar macht.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Ehinger Sie sind mit Initiator der IdeaClouds – was verbirgt sich dahinter und wie ist die Geschäftsidee entstanden?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: IdeaClouds ist eine Software zur systematischen Ideenfindung, die Unternehmen hilft, mehr innovative Lösungen mit weniger Zeit- und Kostenaufwand zu finden. Mit IdeaClouds lassen sich nicht nur Mitarbeiter aller Abteilungen und Standorte, Stakeholder, Partner und Kunden online in die Ideenfindung mit einbeziehen. Unternehmen können in den virtuellen IdeaClouds-Meetings erstmals jederzeit und überall über 40 Kreativitätstechniken im Team einsetzen.

Kreativitätstechniken sind eine seit über 50 Jahren etablierte Praxis. Sie regen durch Stimuli das „um-die-Ecke-Denken“ an. Dadurch lassen sich Denkblockaden lösen und bessere Ergebnisse erzielen. IdeaClouds beherrscht nahezu alle bekannten Kreativitätstechniken wie z.B. Brainwriting 6-3-5, Annahmenumkehr oder Morphologische Analyse.

Die Idee zur Entwicklung unsere Software IdeaClouds ist auf der Grundlage von drei Dissertationen und mehreren Praxis- und Forschungsprojekten am Lehrstuhl für angewandte Informatik und kooperative Systeme der Technischen Universität München entstanden. Das Thema Kreativität war für uns schon immer sehr spannend, unter anderem wegen der allgemeinen Vorstellung, Kreativität und Technik schlössen sich aus. Kreativität gilt als Domäne der Künstler und Kinder, als Zufall oder Einzelleistung. Wir sind da anderer Meinung: Mit Software kann jeder kreativ sind – systematisch und vor allem im Team!

Recitfga-bsl.info: Wer gehört noch zu Ihrem Gründerteam und wie sind die Aufgaben verteilt?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Unser Start-up perceptos haben wir im Dezember 2012 gegründet. Unser Gründerteam besteht aus drei promovierten Informatikern der TU München, einem Semiotiker der LMU und unserem Mentor Prof. Dr. Johann Schlichter. Dr. Michele Brocco übernimmt die Geschäftsführung, Dr. Marc René Frieß die Leitung der Entwicklung, Dr. Florian Forster die Strategie und ich bin für Marketing und Vertrieb zuständig.

Recitfga-bsl.info: Wie funktioniert IdeaClouds in der Praxis und wo liegen die Vorteile?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: IdeaClouds ist die einzige Software, die gezielt die Ideenfindung, den ersten Schritt des Innovationsprozesses, unterstützt. Mit IdeaClouds können mehrere Nutzer erstmals intuitiv und ohne Vorwissen über 40 etablierte Kreativitätstechniken im Team anwenden.

IdeaClouds kann online via Internet oder Intranet genutzt werden und lässt sich ohne Installation und ohne Plugins auf jedem Webbrowser starten. IdeaClouds kann dank seiner service-orientierten Architektur auch leicht in andere Software z.B. zum Ideenmanagement integriert werden.

Die drei Haupteigenschaften von IdeaClouds sind die Kreativitätstechniken, das virtuelle Whiteboard für Echtzeit-Teamarbeit  und verschiedene Schnittstellen, die eine gleichzeitige Teilnahme von mehreren Nutzern an IdeaClouds-Meetings via PC, Smartphone und Multi-Touch-Tisch ermöglichen. Ein IdeaClouds-Meeting besteht aus drei Schritten: der Ideenfindung, der Ideenbewertung und der automatischen Ideendokumentation, beispielsweise als Word oder als PDF-Dokument.

Das Gründerteam der IdeaClouds (v.l.) Michele Brocco, Matthias Ehinger und Marc René Fries.
Das Gründerteam der IdeaClouds (v.l.) Michele Brocco, Matthias Ehinger und Marc René Fries.

Die Kreativitätstechniken werden von IdeaClouds in eine Abfolge einfacher Schritte eingeteilt, in denen den Nutzern jeweils eine Teilaufgabe erklärt wird. Ein Beispiel ist die Anwendung der Morphologischen Analyse zur Entwicklung eines neuen Autos. Zuerst werden die Teilnehmer aufgefordert, typische Merkmale eines Autos wie Form, Farbe, PS-Stärke, etc. zu finden. Im nächsten Schritt fragt IdeaClouds einzeln nach möglichen Ausprägungen dieser Merkmale. Für das Merkmal „Farbe“ wären dies beispielsweise rot, grün, blau. Im letzten Schritt präsentiert IdeaClouds die Gesamtmenge aller Ausprägungen, damit die Teilnehmer daraus Ideen für ein neues Auto zusammenstellen können.

In Unternehmen werden täglich Meetings vereinbart, um Lösungsideen für unterschiedliche Probleme zu finden, zum Beispiel zur Entwicklung von Produktinnovationen,  zur Anpassung unterschiedlicher Arbeitskulturen oder auch im strategischen Management zur Erschließung neuer Geschäftsfelder oder zum Entwurf neuer Werbekampagnen. In diesen Meetings entstehen häufig Denkblockaden, die mithilfe von Kreativitätstechniken gelöst werden können. IdeaClouds verhindert wesentliche Probleme der konventionellen Anwendung von Kreativitätstechniken: Bei IdeaClouds ist kein Profi-Moderator notwendig, um Kreativitätstechniken anzuwenden. IdeaClouds führt automatisch durch den Prozess der Ideenfindung.

Es fallen keine Reise- und Transaktionskosten an, die Teamarbeit ist immer und überall möglich: vor Ort oder verteilt, synchron oder asynchron, aber auch unterwegs per Smartphone oder Face-to-Face auf dem Multi-Touch-Tisch. Unternehmen können sich Vor- und Nachbereitungszeit ihrer Meetings sparen. IdeaClouds übernimmt die Einladung der Teilnehmer und dokumentiert automatisch alle Ergebnisse und den Sitzungsverlauf. Außerdem gibt es keine Produktionsverluste. Auf dem virtuellen IdeaClouds-Whiteboard können alle Teilnehmer gleichzeitig Ideen äußern. Bei einem Vergleich mit konventionellen Kreativitätssitzungen wurden mit IdeaClouds sogar 20% mehr innovative Ideen  gefunden.

Recitfga-bsl.info: Welche Zielkunden haben Sie und wie sieht Ihr Geschäftsmodell dabei aus?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Einerseits richten wir uns an Innovations-, Change- und Strategiemanager sowie Leiter von Marketingabteilungen in mittelständischen und großen Unternehmen mit mehreren Standorten aus der IKT- und Industriebranche, die ihre Innovationsprozesse optimieren müssen, um neue Strategien, Märkte, Produkte, Dienstleistungen, etc. schneller zu finden. Andererseits sprechen wir sowohl Innovations-, Kommunikations- und Marketingberatungen als auch Trainer an, die Kreativitätsworkshops und – Seminare anbieten.

IdeaClouds wird in verschiedenen Lizenz-Varianten angeboten. IdeaClouds-SaaS ist für Geschäftskunden, die eine eigene Plattform im Internet wünschen. IdeaClouds-Shared eignet sich z.B. für Kleinunternehmen, die sich eine Plattform mit anderen Kunden teilen, um Kosten zu minimieren. IdeaClouds -Enterprise wird in der IT-Infrastruktur von Unternehmenskunden „gehostet“ und kann unbefristet unternehmensweit eingesetzt werden. In unseren IdeaClouds-Workshops zeigen wir unseren Kunden, wie sie ihre Teamarbeit mithilfe von Methoden der kreativen Problemlösung verbessern können.

Recitfga-bsl.info: Sie haben ja auch das Exist-Gründerstipendium erhalten, welche Entwicklungsschritte standen innerhalb dieser Zeit im Fokus und wo stehen Sie heute mit IdeaClouds?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Seit Beginn unseres Gründerstipendiums EXIST vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im September 2012 haben wir eine verkaufsfähige Version 1.0 von IdeaClouds für PC mit zahlreichen Kreativitäts- und Bewertungstechniken sowie einer Reihe von Exportformaten wie Word und PDF entwickelt.

Ende 2013 soll IdeaClouds auch über ein automatisches, nutzerbasiertes Lizenz- und Bezahlsystem implementiert sein. 2014 werden weitere Kreativitätstechniken und Exportformate in IdeaClouds folgen. Außerdem sollen bereits angelegte Bewertungstechniken zur Evaluation und Selektion von Ideen, etwa die SWOT-Analyse, eingebunden werden. Außerdem wollen wir die Integration von IdeaClouds in bestehende IT-Landschaften erleichtern durch die Entwicklung neuer Schnittstellen zu Software anderer Anbieter erleichtern.

Recitfga-bsl.info: Was waren bisher die größten Hürden und Herausforderungen?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Eine Hürde war sicher die Bewerbung für unser Förderstipendium, in der wir unser innovatives Produkt auf einer halben Seite in einem Businessplan erklären mussten. Unsere größte Herausforderung steht uns allerdings noch bevor: einen kurzen Weg in große Unternehmen finden und dort auf den vielen Zwischenstationen bis zum Verkaufsabschluss Vertrauen aufbauen.

Recitfga-bsl.info: Exist ist sicherlich neben eigenen Mitteln eine Säule der Finanzierung bisher gewesen – welche Finanzierungswege planen Sie für die Zukunft?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Obwohl wir erst im Dezember gegründet haben, sind wir bereits in den ersten Verhandlungen mit Großkunden. Bis wir uns allerdings selber tragen können, setzen wir auf Stipendien und Investoren.

Recitfga-bsl.info: Sie sind ja vor allem auch für Sales und Marketing verantwortlich – welche Vertriebswege wollen Sie einsetzen?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Da wir Entscheider in großen Unternehmen ansprechen, setzen wir auf Direktmarketing, z.B. über wissenschaftliche Vorträge auf Fachkongressen, und Direktvertrieb. Wir wollen unsere Kunden persönlich von IdeaClouds, unserer Wissenschaft und Expertise sowie unserer Vision von kreativer Teamarbeit überzeugen.

Recitfga-bsl.info: Welche Entwicklungsschritte planen Sie in den nächsten Monaten mit IdeaClouds?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Aktuell arbeiten wir an einer Demoversion. Kostenlose Online-Testsitzungen sind aber auch schon aktuell möglich. In den nächsten drei Monaten möchten wir dann eine Version von IdeaClouds für Mobilgeräte und Multi-Touch-Tisch fertigstellen.

Recitfga-bsl.info: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Tipps für andere Gründer für den Start mit dem eigenen Unternehmen?

Matthias Ehinger von IdeaClouds: Nicht im Elfenbeinturm entwickeln, sondern das Produkt so schnell wie möglich an den Kunden herantragen und viel Feedback einholen. Am besten allen erzählen, was man macht. Ehrlich mit seinen Fähigkeiten und seinen Herausforderungen umgehen.  Nicht zu sehr auf andere hören, sondern vor allem an sich, das Team und seine Ideen glauben.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Gründerstorys finden Sie unter “Gründer stellen sich vor

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Website: www.perceptos.de

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