DuMont Venture investiert in gute Lösungen im Media-Bereich



Wir haben André Burchart, Investment Manager bei DuMont Venture, auf der diesjährigen DMEXCO in Köln getroffen und die Gelegenheit genutzt, um mit ihm über die Tätigkeit eines Venture Capital Gebers zu sprechen.

Recitfga-bsl.info: Hallo André! Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview und unsere Leser nimmst! Könntest du dich bitte kurz vorstellen und erklären, was ein Investment Manager bei DuMont Venture macht?

André Burchart ist Investment Manager bei DuMont Venutre

André Burchart von DuMont Venture: Vielen Dank für die Einladung zum Interview. Ich bin gebürtiger Rheinländer, habe an der Uni Köln studiert und bin, nach einem mehrjährigen Abstecher nach Hamburg, wo ich in einer M&A Boutique hauptsächlich Unternehmen aus dem digitalen Bereich bei Finanzierungsrunden und Verkaufstransaktionen begleitet habe, seit etwas mehr als einem Jahr zurück in der alten Heimat und als Investment Manager bei DuMont Venture tätig.

Als Investment Manager hat man zwei zentrale Aufgabengebiete. Einerseits geht es um die Identifizierung potentieller Investmentmöglichkeiten. Wir müssen uns also ständig in neue Märkte bzw. Geschäftsmodelle einarbeiten um die erfolgsträchtigsten Opportunitäten zu selektieren. Andererseits umfasst unser Portfolio aktuell rund 20 Unternehmen, die wir betreuen. Hier unterstützen wir mit Coaching, stellen unser Netzwerk bereit und sorgen für erfolgreiche Anschlussfinanzierungen mit externen Investoren oder Käufern im Exitfall.

Recitfga-bsl.info: Wie groß ist DuMont Venture momentan, wie viele Mitarbeiter habt ihr und wie viel Kapital wurde bis jetzt investiert? Wird über einen Venture Capital Fonds investiert oder seid Ihr eine Beteiligungsgesellschaft?

André Burchart von DuMont Venture: DuMont Venture wurde 2007 gegründet und ist eine Tochter der familiengeführten Mediengruppe M. DuMont Schauberg, einem der traditionsreichsten Verlage in Deutschland – u.a. EXPRESS, Kölner-Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost. Wir haben ein kleines und schlagkräftiges Team von insgesamt sechs Personen. Neben unserem Geschäftsführer Jörg, sind dies vier Investment Professionals – Alexander, Thorben, Rouven und ich – und, nicht zu vergessen, unsere Team-Assistentin Kristina, die den Laden am Laufen hält.

Wir haben seit unserem Start insgesamt 24 Investments gemacht und können vier erfolgreiche Exits verbuchen, wovon der Verkauf von Tradoria an das führende japanische E-Commerce Unternehmen Rakuten Inc. sicherlich der prominenteste war. Unser aktuelles Portfolio besteht also derzeit aus 20 Unternehmen, wobei man sicherlich in der Vergangenheit ein gewisses Faible für transaktionsbasierte Geschäftsmodelle in unterschiedlichster Ausprägung erkennen konnte.

Unser letztes Investment in das Dokumentenmanagement Start-up doo.net zeigt aber auch, dass Software-Themen, zugegeben mit einem großen Disruptionspotential und im modernen SaaS-Gewand, in unseren Investmentfokus fallen. Dabei investieren wir nicht aus einem klassischen Fondskonstrukt heraus, sondern direkt aus dem Cash Flow der Mediengruppe. Wer jetzt aber denkt, dass wir dabei die im VC-Bereich üblichen Haltedauern von 3-7 Jahren nicht verfolgen, liegt falsch.

Unser Selbstverständnis ist, dass wir ein Finanzinvestor sind, der in der Regel ohne strategischen Bezug zum Verlagsgeschäft investiert. Die Mediengruppe ist daher auch kein designierter Käufer unserer Beteiligungen, etwa mit einem Vorkaufsrecht, sondern wir versuchen im Exitfall den besten Preis für die Gründer und uns zu erzielen.

Recitfga-bsl.info: Was macht deiner Meinung nach ein interessantes Start-up aus, bzw. was sind die entscheidenden Faktoren für einen Investitionsentscheid?

André Burchart von DuMont Venture: Ein interessantes Start-up löst in erster Linie ein konkretes Problem oder bietet einen großen Mehrwert gegenüber etablierten Strukturen oder Diensten. Wir investieren ausschließlich im Bereich digitale Medien und IT und dort waren in der Vergangenheit diejenigen Modelle erfolgreich, die traditionelle Wertschöpfungsketten herausgefordert und im besten Fall abgelöst und damit überflüssig gemacht haben. Darüber hinaus muss die Idee skalierbar sein, d.h. durch unseren Kapitaleinsatz muss überdurchschnittliches Wachstum in der Zukunft möglich sein.

Wir sehen in unserem Tagesgeschäft viele Ideen die vom Ansatz her gut sind, unter anderem aber aufgrund der fehlenden Skalierungsfähigkeit häufig nicht (VC)-investorenkompatibel sind. Ein weiterer Faktor ist sicherlich auch die Attraktivität des Marktes und die Fähigkeit des Start-ups das Modell mittelfristig zu internationalisieren. Zu einer guten Idee gehört aber auch immer ein gutes Team! Das ist für uns ein entscheidender Faktor bei der Auswahl eines Investments, man könnte also sagen, dass wir in Teams investieren.

Recitfga-bsl.info: In Bezug auf das Gründerteam: Worauf achtet ihr als Venture Capital Investor und welche Positionen müssen vom Gründerteam schon besetzt sein?

André Burchart von DuMont Venture: Das Team muss hungrig sein und die Idee mit Passion verfolgen. Gemeinsame Erfahrungen aus Projekten oder vorherigen Gründungen sind sicherlich nicht schädlich aber keine Voraussetzung. Der Spirit innerhalb des Teams muss einfach stimmen! Man merkt häufig bereits im ersten Pitch ob es Spannungen innerhalb des Teams gibt und wie die „Machtverteilung“ ist. Darüber hinaus sollten alle zentralen Positionen bereits besetzt sein. Eine technologieorientierte Gründung ohne CTO an Bord könnten wir uns sicherlich nicht vorstellen.

Recitfga-bsl.info: Nehmen wir mal an, unsere Leser haben eine interessante Geschäftsidee – wie treten diese zukünftigen Existenzgründer am besten mit euch in Kontakt?

André Burchart von DuMont Venture: Der Königsweg ist sicherlich das Intro durch eine beidseitig bekannte Person. Das kann ein befreundeter Investor sein, ein Unternehmer aus unserem Portfolio oder generell ein Netzwerkpartner. Referenzen sind in unserem Geschäft sehr wichtig und schaffen Vertrauen.

Weiterhin trifft man uns auf den meisten größeren Branchenveranstaltungen und kann direkt mit uns ins Gespräch kommen. Wir können uns ein erstes Bild von der Idee und der Person dahinter verschaffen und auch ihr könnt uns kennenlernen. Wir beißen nicht und freuen uns wenn ihr uns ansprecht! Als Tipp sei hier auch unsere Internetseite genannt. Auf der  Startseite findet man eine Liste mit den Veranstaltungen der kommenden Wochen auf denen man uns treffen kann. Wenn diese beiden Wege nicht zum Erfolg geführt haben, kann man uns die Informationen auch per E-Mail an [email protected] zukommen lassen oder Kontakt über die einschlägigen Business-Netzwerke z.B. XING, LinkedIn aufnehmen.

(Quelle: Screenshot Website dumontventure.de)

Recitfga-bsl.info: Reicht ein Businessplan inklusive Executive Summary aus oder muss auch schon ein Prototyp vorliegen?

André Burchart von DuMont Venture: Wir investieren nicht in reine Konzepte. Das Produkt sollte bereits entwickelt sein und sich zumindest in absehbarer Zeit  in einem realen Marktumfeld beweisen können. Idealerweise gibt es aber bereits Umsätze – zumindest in kleinem Maße – und Erfahrungen zu den relevanten Metriken und Stellschrauben des Geschäftes die im Anschluss mit unserer Finanzierung auf- und ausgebaut werden können.

Recitfga-bsl.info: In welcher Phase ist ein Start-up für euch interessant? Investiert ihr auch in Unternehmen in der Pre-Seed oder Seed Phase und/oder ist der Fokus eher auf A-Runden?

André Burchart von DuMont Venture: Wir investieren sowohl in der Seed- als auch Early-Stage Phase. In aller Regel sind wir der erste institutionelle Investor. Frühe Phasen bergen dabei natürlich ein größeres Risiko aber das macht unser Geschäft aus und wir lieben es, mit jungen Gründern gemeinsam zu arbeiten.

Recitfga-bsl.info: Wenn Ihr euch für ein Start-up entscheidet: Wie hoch ist die erste Beteiligungssumme in Euro und Prozent?

André Burchart von DuMont Venture: Das hängt natürlich von der Phase ab in der wir investieren. Grundsätzlich investieren wir zwischen 300.000 bis zu 2,5 Mio. Euro. Bei Seed-Investments sind wir dann eher an der unteren Grenze, bei Series-A-Investments können wir mehr investieren, fühlen uns aber initial bei 500.000 bis 1 Mio. Euro ganz wohl. Über den gesamten Lifecyle einer Beteiligung kann das finanzielle Engagement natürlich in Summe deutlich höher sein. Eine prozentuale Angabe ist schwierig und extrem fallabhängig. Wir bewegen uns aber in der Regel in ein einem Bereich zwischen 15 und 25 %.

Recitfga-bsl.info: Ist euer Ziel, euch als Lead Investor an einem Start-up zu beteiligen oder strebt ihr eher eine Co-Investment Lösung an? Was wären die Vorteile eines Co-Investments?

André Burchart von DuMont Venture: Wir übernehmen häufig die Lead Rolle, da wir uns gerne aktiv einbringen und möglichst nah an unseren Unternehmen dran sein möchten. Gegen Co-Investments spricht aber nichts und wir haben dies auch schon häufiger praktiziert. Gerade bei kapitalintensiven Geschäftsmodellen kann es Sinn machen von Anfang an das Risiko auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine besonders ausgeprägte Expertise eines Investors in der Zielindustrie kann ein weiterer Beweggrund sein. Das gilt für institutionelle Investoren, insbesondere aber für Business Angel, die bereits eine Firma in der Branche erfolgreich aufgebaut haben und wertvolle Erfahrungen beisteuern können. So kann das Portfoliounternehmen Fehler vermeiden und die Lernkurve deutlich schneller beschreiten.

Recitfga-bsl.info: Was unterscheidet euch als Venture Capital Unternehmen eigentlich von Inkubatoren? Wo liegt der USP von DuMont Venture?

André Burchart von DuMont Venture: Inkubatoren begleiten ein Gründerteam in der Regel sehr eng und sehr operativ. Der Gründer führt die Vorstellungen des Inkubators aus und nutzt dafür dessen Ressourcen. Je nach Inkubator steckt ein Gründer da in einem mehr oder weniger engeren Korsett. Das ist natürlich eine Typfrage, aber wir suchen Unternehmer, die ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche verwirklichen möchten. Dabei unterstützten wir sie neben dem Kapital vor allem mit einer partnerschaftlichen Begleitung auf Augenhöhe. Das umfasst auch unser Netzwerk, unsere Kontakte und das Teilen von Erfahrungen. Coaching, Austausch, Rahmenverträge mit Dienstleistern, Krisenmanagement, Folgefinanzierungen, Exitgespräche: All das bieten wir – während unsere Gründer selbständig im „Driver’s Seat“ sitzen.

Recitfga-bsl.info: Wie seht Ihr momentan den Markt,  findet Ihr genügend interessante Start-ups zu „vernünftigen“ Preisen?

André Burchart von DuMont Venture: Sowohl quantitativ als auch qualitativ hat sich unser Dealflow dieses Jahr deutlich gesteigert. Das ist sicherlich eine Auswirkung des „Hypes“ um und in Berlin. Insgesamt ist das aber eine sehr gute Entwicklung, die auch anderen Regionen in Deutschland zu Gute kommt und die Gründerkultur als Ganze stärkt. Thematisch sehen wir viele Gründungen in zukunftsträchtigen Bereichen, z.B. Mobile Payment und Cloud Dienste (SaaS) in jeglicher Form. Bewertungstechnisch gibt es immer mal einige Ausreißer, insgesamt ist hier aber ein moderates Niveau zu erkennen.

Recitfga-bsl.info: Wie findet denn eigentlich die Bewertung von einem Start-up statt? Eine Idee in Euro zu fassen ist ja nicht ganz einfach…

André Burchart von DuMont Venture: Traditionelle Bewertungsverfahren, wie z.B. das Discounted Cash Flow Verfahren, sind dabei sicher fehl am Platz. Es existieren bei jungen Unternehmen nicht ausreichend historische Daten um die für die Bewertung relevanten zukünftigen (Free) Cash Flows halbwegs prognostizieren zu können. Würde man den Businessplänen glauben, hat man ja immer ein Unternehmen mit Umsatzpotential >100 Mio. Euro innerhalb von 5 Jahren auf dem Tisch.

Zu diesem Thema könnte man sicherlich ein eigenes Interview führen, daher will ich mich kurz halten. Wir zäumen das Pferd im Prinzip von hinten, d.h. vom Exit auf. Wir prognostizieren den möglichen Exitwert des Unternehmens anhand von Vergleichswerten. Das können z.B. Multiples von vergleichbaren bspw. börsennotierten Unternehmen oder von vergleichbaren Transaktionen sein. Diese werden dann (mit einem Abschlag aufgrund verminderter Fungibilität und Größe bzw. ggf. mit einem Zuschlag aufgrund der Wachstumsdynamik) auf das potentielle Investment angelegt.

Als nächsten Schritt bestimmen wir die Anteile an der Zielgesellschaft die wir im Exitfall benötigen um unsere internen Renditevorgaben zu erfüllen. Dabei müssen wir berücksichtigen wie viel Kapital nach unserem Einstieg vermutlich noch in das Unternehmen fließen wird – von uns und externen Investoren – und wie unsere Verwässerung über die diversen Finanzierungsrunden ausfallen wird. Vorne angekommen, können wir nun eine Bewertung festlegen, die uns die notwendigen Anteile zusichert.

Natürlich haben auch die Gründer eine Bewertungsvorstellung. Weicht diese stark von unserer Position ab muss man einen Kompromiss finden. Die Bewertung ist dabei nur einer von vielen Faktoren, die im Rahmen einer Beteiligungsvereinbarung herangezogen werden können.

Recitfga-bsl.info: Auf eurer Website ist zu lesen, dass Ihr euch als Partner versteht – wie aktiv greift Ihr denn in das Tagesgeschäft eines Start-ups ein?

André Burchart von DuMont Venture: Wir tun alles um gemeinsam mit den Gründern Erfolg zu haben. In aller Regel greifen wir aber nicht ins Tagesgeschäft ein. Dazu fehlt uns die Zeit und in vielen Fällen auch die thematische Tiefe. Aus diesem Grund ist die Auswahl eines guten Teams auch zentraler Erfolgsfaktor eines Start-ups.

Recitfga-bsl.info: André, wir danken dir herzlich für deine Zeit und wünschen dir und DuMont Venture weiterhin erfolgreiche Investitionen.

Kontakt

DuMont Venture Holding GmbH & Co.KG
Amsterdamer Straße 192
50735 Köln
Telefon: +0221.22 43 32 0
E-Mail: [email protected]
Website:

 

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