Start-ups und Investoren auf dem Advance Pitching Day



Heute vor einer Woche fand in Köln der Advance Pitching Day statt, auf dem zahlreiche Start-ups und Investoren zusammenkamen – gepitcht wurde dabei sowohl von den Gründern als auch von den VC-Gebern. Mit dem Advance Pitching Day ist die Gründerlandschaft um ein gutes Event erweitert worden und man kann auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr hoffen.

Wir wollen einen Blick zurück auf die Teilnehmer, Geschäftsideen und die interessanten Themen der Veranstaltung werfen. Offiziell waren auf dem Advance Pitching Day schließlich 21 Start-ups sowie 15 Investoren auf der Bühne vertreten. In den Sofa-Sessions zwischen den einzelnen Panelrunden und Pitches gab es dann auch genügend Zeit zum Netzwerken und Austauschen.

Im übrigen wurde mit Dressed Monkeys eines der Start-ups, die sich auf dem Advance Pitching vorgestellt haben, als eines von neun innovativen Digitalprojekten zur Förderung im Rahmen des vorgeschlagen. Dabei geht es insgesamt um ein Förder-Volumen von 1,5 Mio. €.

 

Die Organisatoren des Advance Pitching Day – li. Till Hardy vom Mediencluster NRW, re. Prof. Dr. Kai Thierhoff von Thierhoff Consulting

Nach dem Frühstück und der Eröffnung durch die Veranstalter – das Mediencluster NRW und THIERHOFF CONSULTING – gab es die erste Key Note das Tages durch Entrepreneur Markus Berger-de León, der nach seinem ersten Start-up unter anderem bei Jamba, MyHammer oder den VZ-Netzwerken in führenden Positionen tätig war. Beim Stichwort Jamba fiel dann natürlich auch der Name Oliver Samwer, der wohl wie kein Zweiter die Meinungen in der Gründerszene Deutschland polarisiert. Die Eindrücke, die Markus Berger-de León von Oliver Samwer gewonnen hat, fasste er wie folgt zusammen: „Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so gut verhandelt hat und die Passion erfolgreich zu sein verkörpert“. Zudem beschrieb er Oliver Samwer als „einen der besten Verkäufer und als extrem analytisch“. Die Jamba-Zeit hat Berger-de León auf jeden Fall geprägt und so fanden sich auf seinen späteren Stationen auch stets Jamba-Mitarbeiter wieder. Zum Abschluss stellte er dann noch sein vor. Als Geschäftsidee im Internet soll es roombeat möglich machen aus Bildern – vornehmlich von Inneneinrichtungen – interaktive Schaufenster für direktes Online-Shopping zu machen.

 

Markus Berger-de León und sein neues Start-up roombeats

Nach der Key Note standen dann zeitgleich die Closed Start-up Pitches und eine Panel-Runde zum Thema Finanzierungsalternativen auf dem Programm. Zu den Closed Pitches sind leider nur die Start-ups übermittelt, die sich in kleiner Runde ausgewählten Investoren präsentiert haben. Hierzu gehörten:

  • reputami, MYWISH.IS, rankseller, Honestly, AppClouds, EasyCard

Interessanterweise waren es damit 3 von 6 Start-ups, die bereits durch ein erfolgreiches Crowd investing auf Seedmatch auf sich aufmerksam machen konnten. Zudem hat dann EasyCard später am Abend auch noch den Preis für den besten Closed Pitch gewonnen.

Rund um das Thema Finanzierungsalternativen waren auf dem Panel verschiedene Akteure vom VC-Geber wie Olaf Jacobi von Target Partners, Dr. Kai-Henrik Barth als Business Angel, Dr. Klemens Gaida vom Inkubator 1st MOVER oder Norbert Töpker von Innovestment vertreten. Erweitert wurde das Spektrum durch Dr. Niko Waesche von German Media Pool. Bei German Media Pool gibt es kein Kapital sondern Werbeplatz gegen Beteiligung (neudeutstch: Media for Equity), was insbesondere für Start-ups mit einem großen Marketing- und Reichweitenbedarf interessant ist. Till Hardy vom Mediencluster NRW repräsentierte hingegen die öffentliche Förderlandschaft, die auch zahlreiche Angebote für Start-ups parat hält.

Von Unternehmensseite war Christian Blume von Cleverbrigde vertreten und fungierte als Antipode in der Runde. So ist es Blume und seinen Mitgründern gelungen Cleverbrigde ohne externes Kapital zu einem weltweit tätigen Unternehmen zu machen – das sogenannte bootstrapping. Christian Blume hielt später dann auch die zweite Key Note auf dem Advance Piching Day und unterstrich die eindrucksvolle Entwicklung von Cleverbridge. Interessant war zudem auch die Aussage von Olaf Jacobi, dass „wenn ich VC vermeiden kann, dann sollte ich dies auch“. Die Start-ups forderte er ebenfalls auf eine Due Dilligence bei den Investoren zu machen, bevor eine Entscheidung für die Beteiligung fällt. Business Angel Barth ging im Gespräch der Runde davon aus, dass 80 % der Start-ups in die er investiert, nicht die Ziele erreichen. Ein Business Angel könne in etwa 5 bis 7 Start-ups gut begleiten, so Barth weiter. Und als häufige Gründe für den ersten Ehekrach mit einem technologieorientierten Start-up sieht er Marketing- und Vertriebsthemen.

 

Finanzierungsalternativen: v.l.n.r.: Dr. Niko Waesche (German Media Pool), Olaf Jacobi (Target Partners), Norbert Töpker (Innovestment), Till Hardy (Mediencluster NRW), Christian Blume (Cleverbrigde), Dr. Klemens Gaida (1st MOVER), Dr. Kai-Hendrik Barth (The Small Group)

 

Am frühen Nachmittag stiegen dann die Investoren in den Ring und präsentierten sich in kurzen Pitches den anwesenden Start-ups. Mit dabei waren Bertelsmann Digital Media Investments, T-Venture, DuMont Venture, Creathor Venture, Wellington Partners, der High-Tech Gründerfonds, die NRW.Bank, Xange Private Equity, Kizoo und Seventure Partners.

 

l.o. Olaf Jacobi (Target Partners) l.u. André Burchart (DuMont Ventures), o.r. Romy Schnelle (HGTF), Ingo Franz (Creathor Venture)

Als Pendat dazu gab es ab 16:30 Uhr die Open Start-up Pitches zu denen gleich 15 junge Unternehmen antraten und in jeweils 5 Minuten ihre Geschäftsidee vorstellten. Wir probieren diese nachfolgend in einem Satz zusammenzufassen:

  • Unica.to: eine Plattform zur Vermittlung von Sonderanfertigung im Bereich Möbel und Inneneinrichtung.
  • Bringmeback: das Fundbüro 2.0 zum Schutz gegen Verlust und Diebstahl von Gegenständen.
  • Neothesus: eine neue Wirtschaftscommunity zur Lösung wissenschaftlicher Probleme in der Crowd
  • OPM: ein Crowd sourced Social Game um die Spielelandschaft auf Facebook zu revolutionieren.
  • SmarBoo: ein Präsentations-, Buchungs- und Organisationsportal für Künstler und Veranstalter
  • United Equity: Crowd investing auch für den Mittelstand
  • Mobile Location: mobile Kundenbindung und Kundengewinnung per QR-Codes und die digitale Brieftasche
  • familo.net: stets wissen, wo die Familienmitglieder sind und ob es ihnen gut geht
  • Dressed Monkeys: für eine Revolution im Social Games Bereich – im ersten Spiel Asskick Heroes gibt es gleich Zombies, Vampire, Piraten und Ninjas
  • Goodloop: eine Plattform zum Leihen und Verleihen von Dingen
  • Stiefelwunder: ein Onlineshop für Stiefel in den verschiedensten Schafftweiten
  • Tibuga: Personalvermittlung 2.0 über ein Social Media Portal für Bewerber und Unternehmen
  • Post it out: ein Online-„Nutzwerk“ um Menschen im Alltag vor Ort direkt miteinander zu verbinden
  • Euromoda: eine B2B-Fashion-Plattform

 

Start-up Pitches von oben nach unten: Goodloop, United Equity, SmarBoo, Stiefelwunder, Post it Out, Dressed Monkeys, Bringmeback, familo.net, Neothesus

Die Start-ups befinden sich teilweise noch in der Entwicklungsphase, manche haben den Markteintritt schon bewältigt und wir werden sicherlich in den nächsten Wochen auf Recitfga-bsl.info noch über das eine oder andere Unternehmen berichten. Bevor es dann in den gemütlichen Teil des Abends und zum Ausklang des Advance Pitching Day überging, wurden noch die Gewinner der Pitching-Runden gekürt. Für die Closed Pitches war dies EasyCard – beim Battle der Open Pitches hat sich SmarBoo durchgesetzt.

 

Die Gewinner der Pitchings auf dem Advance Pitching Day: EasyCard (links) und SmarBoo (rechts)

Abschließend möchten wir den Organisatoren und Veranstaltern einen großen Dank für die tolle Veranstaltung aussprechend. Wir freuen uns auf das nächste Jahr. Mehr über den Advance Pitching Day erfahren.

www.nissan-ask.com.ua/

karter-kiev.net/zaschity-kartera/audi-34.html

http://kbti.com.ua/