KfW Gründungsmonitor 2012: Deutschland weiterhin kein Gründerland



Der KfW Gründungsmonitor 2012 ist erschienen. Das Fazit vorab: Deutschland ist weiterhin kein Gründerland und auch im nächsten Jahr erwartet die KfW keine Entwicklung hin zur Gründerrepublik. Insgesamt haben sich 2011 laut Gründungsmonitor 835.000 Menschen selbstständig gemacht, ein Minus von 101.000 Gründern und Gründerinnen im Vergleich zum Vorjahr. Dabei gab es insbesondere deutlich weniger nebenberufliche Gründungen, während die Gründungen im Vollerwerb zumindest stabil blieben.

Wirtschaftlicher Aufschwung, gute Lage auf dem Arbeitsmarkt – das sind die Argumente im KfW Gründungsmonitor 2012, die für den Rückgang der Zahl der Existenzgründer im Jahr 2011 gegenüber 2010 herangezogen werden. Einen gewissen Schub erhielt das Gründungsgeschehen gemäß KfW Gründungsmonitor 2012 durch die Änderungen beim Gründungszuschuss, die zahlreiche Gründer aus der Arbeitslosigkeit dazu bewegt haben dürften, ihr Gründungsvorhaben vorzuziehen. Die Zahl der 835.000 Unternehmensgründer aus dem Jahr 2011 teilt sich auf in 392.000 Gründer im Vollerwerb und 443.000 Gründer, die sich nebenberuflich selbstständig gemacht haben. Bei den nebenberuflichen Gründern ist gleichzeitig ein deutlicher Rückgang um 18 % zu beobachten gewesen. Die Gründerquote (Zahl der Gründer im Verhältnis zur Bevölkerung) stellte sich 2011 gemäß KW Gründungsmonitor 2012 auf 1,6 %. 2010 waren es 936.000 Personen, die sich selbstständig gemacht haben – die Gründerquote betrug 1,8 %. Ihren Höchststand erreichte die Gründerquote in Deutschland im Jahr 2001 mit 2,92 .

Weniger Gründer führen zu niedrigerem Beschäftigungseffekt

Konnten 2010 im Zuge der Existenzgründungen noch 582.000 Vollzeitstellen geschaffen werden, lag die Zahl nach Angaben des KfW Gründungsmonitors 2012 im Jahr 2011 nur noch bei 453.000 Jobs. Damit wird deutlich, dass weniger Gründungen nicht nur einen Mangel an Innovationen bedeuten, sondern auch Beschäftigungsimpulse wegfallen.

Weitere Ergebnisse aus dem KfW Gründungsmonitor 2012 im Überblick:

  • Gründungsaktivitäten in den Bundesländern
    Die höchsten Gründerquoten in Deutschland haben die Stadtstaaten  Berlin, Hamburg und Bremen. Auf den Folgeplätzen liegen Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein. Die letzten Plätze belegen Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland.
  • Gründungsform
    Etwas über 67 der Gründungen erfolgten als Neugründung, 20 % entfielen auf eine Beteiligung und gute 12 % der Gründer starteten im Rahmen einer Unternehmensnachfolge in die Selbstständigkeit.
  • Beliebte Branchen für die Gründung
    Gründungen im Dienstleistungssektor machen weiterhin den größten Anteil der Gründungen aus. So waren es 2011 37 % in den persönlichen Dienstleistungen und 27 % in den wirtschaftlichen Dienstleistungen. Auf Platz 3 folgen Gründungen im Handel mit 12 %. Platz 4 geht an das Baugewerbe mit 6 %.
  • Keine Marktneuheit für den Start nötig
    Beim Start in die Selbstständigkeit ist der Erfolg nicht nur für die innovativsten Gründer reserviert. So starteten laut KfW Gründungsmonitor 2012 gut 85 % der Gründer ohne Marktneuheit. 9 % wiesen eine regionale Marktneuheit auf. Lediglich 5 % der Gründer gingen mit einer deutschland- oder weltweiten Markneuheit an den Start.
  • Sologründer in der Mehrzahl
    Gründungen im Team machen nur 13 % der Gründungen aus – ganze 87 % der Gründer wagen alleine den Schritt in die Selbstständigkeit.

Finanzierungsbedarf der Gründer

Lediglich 10 % der Gründer, die im KfW Gründungsmonitor 2012 erfasst wurden, gaben an, keinen Bedarf an Sachmitteln oder finanziellen Mitteln für Ihre Gründung zu haben. 23 % der Gründer kamen nach eigenen Angaben mit eigenen Sachmitteln aus. Über 2/3 der Gründer wiesen einen Finanzierungsbedarf auf, wobei von diesen wiederum 2/3 ausschließlich auf eigene finanzielle Mittel zurückgreifen wollen. Das übrige Drittel will den Finanzbedarf auch extern decken.

Laut KfW Gründungsmonitor 2012 gehen viele Gründer zunächst von einem geringen Kapitalbedarf aus. Bei Gründern, die auf eigene Mittel setzen, kalkulieren knapp 70 % mit einem Betrag zwischen 1 und 5.000 €. 22 % sehen Ihren Kapitalbedarf zwischen 5.000 und 25.000 €. Etwas über 2 % gehen von einem Finanzbedarf über 100.000 € aus. Gründer, die auch auf externe Mittel zurückgreifen wollen, setzen Ihren Kapitalbedarf höher an: 55 % gehen von 1 bis 5.000 € aus. 25 % planen mit 5.000 bis 25.000 €. Knapp 6 % schätzen das Finanzierungsvolumen auf über 100.000 €.

Mit 43 % stellt das Bankdarlehen den größten Anteil an der Gründungsfinanzierung dar. Darlehen von Freunden kamen bei über 25 % der Gründer zum Einsatz. Förderkredite erreichten knapp 23 %, dicht gefolgt von Zuschüssen. Der Kontokorrentkredit lag bei 17 %.

84 % der Gründer gaben an – zumindest noch – keine Finanzierungsschwierigkeiten gehabt zu haben. Für 16 % ergaben sich Probleme bei der Finanzierung des Gründungsvorhabens.

Motivation für die Gründung

Gefragt nach der Motivation für ihre Gründung nannten die Gründer:

  • „fehlende Erwerbsalternative“ 35,3 %
  • „Ausnutzung einer Geschäftsidee“ 34,6 %

Frauen gründen noch immer weniger

Frauen machten in der Befragung des KfW Gründungsmonitors nur 42 % aus, wobei ihr Anteil bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit bei 44 % lag. Damit liegt die Quote weiterhin deutlich unter dem Frauenanteil  an der Bevölkerung.

Aus der Uni nicht in die Selbstständigkeit

Hochschulabsolventen sind mit knapp 14 % noch deutlich in der Minderheit unter den Gründern. Hingegen haben 43 % der Gründer eine Lehre oder Berufsfachschule absovliert oder keinen Berufsabschluss (30%).

86 % nach Jahr 1 und 68 % nach Jahr 3

Das sind die Überlebensquoten der Gründungsvorhaben. Somit können die ersten drei Jahre der Existenzgründung als kritische Phase angesehen werden.

2012: weiterhin keine Gründerrepublik

Im Ausblick auf das Gründungsgeschehen kommt der KfW Gründungsmonitor 2012 zu folgendem Ergebnis: „Insgesamt ist … ein Rückgang der Gründungsaktivität … zu erwarten“. Der Grund hierfür sind laut KfW die Einschnitte bei der Vergabe des Gründungszuschusses durch die Bundesagentur für Arbeit.

Rückblick: KfW Gründungsmonitor 2011

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