6 Tipps für die erfolgreiche Teilnahme an einem Wettbewerb

In Deutschland werden Jahr für Jahr zahlreiche Businessplan- und Gründerwettbewerbe veranstaltet. 163 waren es beispielsweise im Jahr 2016, im Jahr 2017 stehen 190 Gründerwettbewerbe an.

Um die Preise zu erhalten, müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden. Wir haben sechs Tipps, die Ihre Teilnahme an einem Wettbewerb erfolgreich werden lassen können.

Tipp 1: Wettbewerb sorgfältig auswählen

Achtung, es folgt eine Floskel, die es tatsächlich aber am besten beschreibt: „Wer die Wahl hat, hat die Qual." In Deutschland finden jährlich über 170 verschiedene Ideen-, Businessplan- und Gründerwettbewerbe statt. Die Auswahl ist folglich groß, dennoch ist nicht jeder Wettbewerb für jeden (potenziellen) Gründer geeignet. Oftmals legen die Initiatoren Spielregeln fest, die beispielsweise die Branche, das Unternehmensstadium oder das Bundesland für den Wettbewerb berücksichtigen.

Informieren Sie sich zunächste über den Unterschied zwischen einem Ideenwettbewerb, einem Businessplanwettbewerb und einem Gründerwettbewerb. Für einen besseren Überblick über die tatsächlich für eine Teilnahme geeigneten Wettbewerbe sollten Interessierte prüfen, welche in dem Bundesland stattfinden, in dem die Gründung geplant ist bzw. sich der Unternehmenssitz befindet. Natürlich gibt es auch Gründerwettbewerbe, die bundesweit zur Teilnahme aufrufen – mit deutlich größerer Konkurrenz. Und auch wenn die hohen Preisgelder verlockend erscheinen, ist es ratsam, zunächst den Bewerbungsprozess bei einem kleinen Wettbewerb mitzumachen und Erfahrung zu sammeln. 

Dasselbe gilt für Branche und Unternehmensstadium – suchen Sie sich einen Businessplan- oder Gründerwettbewerb, der wirklich zu Ihnen passt. Dann steigen auch gleich die Chancen auf einen Gewinn.

Tipp 2: Bewerbung der Extraklasse

Bei der Bewerbung um eine Auszeichnung bei einem Businessplan- oder Gründerwettbewerb ist es wie bei einer Bewerbung um einen neuen Job: Die Dokumente müssen ansprechend, fehlerfrei und aussagekräftig sein sowie den formalen Kriterien entsprechen. Dieser offensichtliche Hinweis für den Wettbewerb mag banal klingen, wird aber immer noch unterschätzt und führt dazu, dass sich potenzielle Teilnehmer mit Unterlagen bei einem Businessplan- oder Gründerwettbewerb bewerben, die die maximale Seitenzahl überschreiten oder Fehler in den Kennzahlen aufweisen.

Die besten Tipps für eine perfekte Bewerbung für den Wettbewerb geben oftmals die Ausrichter auf ihren Internetseiten selbst. Dort finden sich teilweise äußerst detaillierte Leitfäden, die Angaben dazu machen, wie die Bewerbungsunterlagen für den Wettbewerb auszusehen haben, welche Dokumente enthalten sein müssen und welche Seitenvorgabe zum Beispiel für die Skizzierung der Geschäftsidee gilt.

Der Umfang einer Bewerbung kann von Wettbewerb zu Wettbewerb unterschiedlich groß sein. Während ein Gründerwettbewerb, der in der Vorgründungsphase angesiedelt ist, zumeist lediglich eine grobe Skizze der fixen Geschäftsidee anfordert, benötigen Businessplanwettbewerbe ein detailliertes Geschäftskonzept, das auch einen Finanzplan und eine SWOT-Analyse enthält. Bei einem anderen Wettbewerb ist ein vollständiger Businessplan hingegen nicht notwendig und wird von relevanten Kennzahlen wie beispielsweise Umsatz, Gewinn oder Nutzerzahlen abgelöst. Insgesamt verzichtet kaum ein Wettbewerb darauf, genaue Vorgaben zur Einreichung zu machen, da einheitlich gehaltene Unterlagen fairer und einfacher bewertet werden können.

Zu guter Letzt: Unterlagen müssen unbedingt immer individuell für jeden Wettbewerb aufbereitet werden. Wer sich die Arbeit durch das Copy-Paste-Verfahren erleichtern möchte, läuft Gefahr, Fehler zu machen und neigt dazu, wenig aussagekräftige Unterlagen bei einem Wettbewerb einzureichen. So passt das eigene Konzept vielleicht zu mehreren Businessplan- oder Gründerwettbewerben, sticht aber wohl kaum aus der Masse hervor.

Tipp 3: Gut geplant, ist halb gewonnen

Sorgfältig aufbereitete Unterlagen sind das A und O einer überzeugenden Bewerbung für einen Wettbewerb. Gerade wenn es sich um solche handelt, bei denen pro Runde mehrere hundert Bewerbungen eingehen, ist es wirklich wichtig, besonders positiv aufzufallen. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Zeit, die man in die Bewerbung für den Wettbewerb investiert. Insofern lautet der Tipp, die Deadline nicht einfach nur (knapp) einzuhalten, sondern stets einen detaillierten Zeitplan abzustimmen, damit man rechtzeitig alle notwendigen Dokumente für den Wettbewerb einreicht.

Sofern die Geschäftsidee überzeugt und Sie die engere Auswahl im Businessplan- oder Gründerwettbewerb erreicht haben, bitten einige Initiatoren zu einer Präsentation des Konzepts vor einer Jury. Hier müssen sich die Gründer persönlich vorstellen. Von Angesicht zu Angesicht bekommen sie die Chance, mit ihrem Auftreten und einem gelungenen Pitch zu überzeugen.

Damit führt auch für das persönliche Kennenlernen kein Weg an einer umfassenden Vorbereitung für den Wettbewerb vorbei. Hierfür ist es hilfreich, vorher selbst gedanklich die Position des kritischen Jurymitgliedes oder gar eines Investors einzunehmen und mögliche Fragen sowie die passenden Antworten zu formulieren. Ebenso relevant sind die Erfahrungen ehemaliger Teilnehmer. Diese sind eventuell bereit, von ihren Erlebnissen im Wettbewerbsprozess zu erzählen und wichtige Tipps zu geben.

Wer sich also umfassend auf möglicherweise aufkommende Fragen für den Wettbewerb vorbereitet, ist gut gerüstet und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren – die Präsentation der Vorzüge der eingereichten Geschäftsidee. Zu einer perfekten Präsentation beim Wettbewerb gehört im Übrigen auch, dass man ein mögliches Produkt dabei hat und fehlerfrei vorführen kann. Defekte oder unvollständige Prototypen erzeugen einen negativen Eindruck beim Gründerwettbewerb. Man sollte also nichts dem Zufall überlassen. Das heißt auch, dass man selbst zur Präsentation den Businessplan bzw. ein paar Notizen mitbringt, die man im Notfall zur Hand nehmen kann, wenn das Lampenfieber wichtige Informationen ausgelöscht hat oder der Beamer beim Wettbewerb plötzlich nicht mehr funktioniert.

Tipp 4: Alle Angebote im Wettbewerb nutzen

Hat man die ersten Hürden der Teilnahme an einem Businessplan- oder Gründerwettbewerb genommen, sollte man jede Gelegenheit zur Weiterbildung und Vernetzung nutzen, die angeboten wird. Denn einerseits bereiten solche Gründerevents die Kandidaten auf den Wettbewerb selbst vor, andererseits können die Teilnehmer das neu gewonnene Wissen langfristig für das eigene Unternehmen nutzen. Veranstaltet werden üblicherweise Vortragsabende, Seminare und Netzwerk-Events, die dazu einladen, spezielles Gründerwissen zu sammeln und neue Kontakte zu knüpfen.

In Workshops können sich (Vor-)Gründer praxisnahe Tipps für die nächsten Unternehmensschritte geben lassen und konkrete Problemstellungen durchsprechen. Neben dem kostenfreien Bildungsangebot führen die Veranstalter häufig auch ihre „Sprösslinge" zusammen, damit diese sich näher kennenlernen. Auch hier können Verbindungen entstehen, von denen Sie über den Wettbewerb hinaus profitieren.

Tipp 5: Vom Presserummel profitieren

Auch zum Abschluss des Gründerwettbewerbs lässt sich ein To-do für alle Teilnehmer formulieren: die Preisverleihung nutzen, um die Werbetrommel zu rühren. Die zumeist feierliche Abschlussveranstaltung erfolgt in der Regel im Beisein der Medien. Hier werden Kontakte zwischen Preisträgern und Pressevertretern hergestellt, um die (positive) Berichterstattung zu fördern. Ziel der Initiatoren ist es einerseits, den Wettbewerb selbst in den Medien zu platzieren. Andererseits geht es aber auch darum, die Finalisten und Preisträger in den Fokus der Medien zu rücken.

Die Teilnehmer sollten sich daher vor Ort mit Infomaterial und gegebenenfalls dem Produkt präsentieren, um die Neugier zu wecken und eine ausführlichere Berichterstattung anzustoßen. Auf diese Weise kann es sich ergeben, dass man Teil eines Filmbeitrags wird, der vom Businessplan- oder Gründerwettbewerb handelt und im Fernsehen und/oder Internet zu sehen sein wird. Aber auch ein Gründerporträt auf einem Onlineportal oder ein Zeitungsinterview sind denkbar. Die Aufmerksamkeit der Medien sollte man also unbedingt nutzen, da man auf diese Weise Werbung für seine Geschäftsidee mit dem Wettbewerb machen kann, die üblicherweise etwas kostet. Denn im Regelfall muss hierfür das Marketingbudget herhalten, das besonders bei Jungunternehmen eher klein sein dürfte.

Tipp 6: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb

Abschließend geht es um das Thema Mehrfachbewerbungen. Klar, wer einmal in den Genuss der umfangreichen Beratungsleistungen und medialen Aufmerksamkeit von einem Wettbewerb gekommen ist, ist schnell verleitet, sich bei so vielen Wettbewerben wie möglich zu bewerben.

Dennoch sollten die Auswahl gezielt getroffen und ein Businessplan- oder Gründerwettbewerb nur angesteuert wird, wenn er auch zum eigenen Unternehmen passt. Darüber hinaus sollten Mehrfachbewerbungen immer individuell formuliert und gestaltet werden, damit sich keine Fehler bei der Bewerbung für einen Wettbewerb einschleichen. Zudem sollte man das Feedback, dass man in einem vorherigen Wettbewerb erhalten hat, konsequent umsetzen und in den Businessplan einfließen lassen. So verbessert sich nicht nur das Konzept, sondern es erhöhen sich auch die Chancen, auf das Siegertreppchen beim nächsten Businessplan- oder Gründerwettbewerb zu steigen. Allerdings gilt auch hier, wie so oft, weniger ist mehr. Nehmen Sie lieber an maximal zwei bis drei Wettbewerben teil, dies dafür aber dann richtig.

Checkliste: Die wichtigsten Tipps für den Wettbewerb

  • Formalitäten und Abgabefrist einhalten
  • Fehlerfreie und vollständige Unterlagen
  • Wissen, was beim Wettbewerb auf einen zukommt
  • Mit Vorjahres-Gewinnern sprechen
  • Alle Weiterbildungsangebote und Netzwerkveranstaltungen nutzen
  • Aufmerksamkeit der Medienvertreter für sich nutzen
  • Ergatterte Tipps aus dem Wettbewerb auch in die Realität umsetzen...
  • ...und so dann gleich den nächsten Wettbewerb gewinnen
TIPP

Tipps für die erfolgreiche Teilnahme an einem Wettbewerb können auch die Gewinner aus den Vorjahren geben. Recherchieren Sie diese für den entsprechenden Wettbewerb und haben Sie keine Scheu nachzufragen, worauf es ankam.

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