Wie finde ich den passenden Webdesigner?

Mit dem richtigen Partner gelingt die Umsetzung der Firmenwebsite. Der Fachbeitrag "Vorsicht Webdesigner" gibt Existenzgründern und Selbstständigen Tipps und Hinweise bei der Auswahl des passenden Webdesigners.

Sieben einfache Tipps können im Vorfeld dabei helfen Kompetenz und Erfahrung des Webdesigners einzuschätzen, damit es später keine böse Überraschung gibt. Unsere 20 Schritte zu Ihrer Gründung gibt es hier.

Vorsicht Webdesigner

Wie finde ich einen erfahrenen und kompetenten Webdesigner für die Gestaltung einer erfolgreichen Firmenwebsite, auf welche Details muss ich achten? Tipps für Kleinunternehmer, Mittelständler, Handwerksbetriebe und Freiberufler für die Suche nach dem richtigen Webdesigner.

Es ist nicht leicht, einen wirklich erfahrenen und guten Webdesigner zu finden, der Ihre Firmenwebsite erfolgreich umsetzt, sodass sie auch tatsächlich Neukunden generiert und Ihren Umsatz steigert. Einige Webdesigner produzieren sogar Ergebnisse, die für Ihr Unternehmen unter Umständen schädlich sein können. Eine mangelhafte Website kann Sie mehr Kunden kosten, als Sie vielleicht ahnen. Und vielen Unternehmen ist gar nicht bewusst, dass sie eine mangelhafte Website haben.

Die Berufsbezeichnung Webdesigner ist nicht geschützt!

Jeder darf sich Webdesigner nennen. Und fast jeder, der ein Grafikprogramm oder einen Webbaukasten bedienen kann, tut dies bedauerlicherweise auch. Als Laie kann man hier natürlich nur schwer differenzieren. Fast jeder PC-Bastler, jeder Grafiker, jeder Programmier bietet Webdesign als zusätzliche Leistung an. Jemand, der toll programmieren kann oder jemand, der schöne Visitenkarten oder Flyer entwirft, ist nicht auch gleich ein toller Webdesigner. Webdesign hat z. B. mehr mit Interfacedesign zu tun und weniger mit Grafikdesign. Und die Codierung bzw. Programmierung einer Website ist nur eine von mehreren Teildisziplinen, deren Beherrschung für den Erfolg einer Firmenwebsite notwendig ist.

Webdesign ist eigentlich ein Sammelbegriff: Eine professionell umgesetzte Firmenwebsite, die erfolgreich neue Kunden generiert, setzt sich aus mehreren Teildisziplinen zusammen.
Und nur wenn diese Disziplinen optimal aufeinander abgestimmt sind, wird aus Ihrer Firmenwebsite ein erfolgreiches Marketinginstrument.
Diese Disziplinen, diese Teilbereiche sind:

  1. Kommunikationskonzept- und Strategieentwicklung
  2. Screendesign/Interfacedesign
  3. Programmierung (Content-Management-Systeme)
  4. Suchmaschinenoptimiertes Texten fürs Web
  5. Online-Marketing (Online-Video-Marketing)
  6. Videoproduktion fürs Web (wird in Zukunft immer wichtiger)

Diese 6 Bereiche sind essenziell für den Erfolg eines modernen und strategischen Internetauftritts.

Sicher, es gibt kaum Einzelperson, die all diese Disziplinen beherrschen. Im Allgemeinen wird man Zusatzleistungen einkaufen müssen. Je mehr Zusatzleistungen eingekauft werden müssen, desto höher ist natürlich die Kalkulation. Also empfiehlt es sich, möglichst einen Webdesigner zu finden, bei dem Sie so wenig Zusatzleistungen wie möglich einkaufen müssen.

Doch Vorsicht! Auch hier werben einige Webdesigner mit Leistungen, die sie gar nicht oder nur laienhaft erbringen können.

  • Wie finde ich nun einen erfahrenen und kompetenten Webdesigner?
  • Wie kann ich als Laie die Spreu vom Weizen trennen?
  • Auf welche Details muss ich achten?

7 Tipps für die richtige Wahl ...

Tipp 1: Empfehlungen sind mit Vorsicht zu behandeln ... 
Viele Unternehmer wissen nicht, dass sie eine schlechte Website haben, die als Marketinginstrument nur mäßig bis gar nicht funktioniert. Für einen Laien ist dies manchmal auch nur schwer ersichtlich. Man sieht vielleicht die schicke Grafik, bemerkt aber eventuell nicht, dass die Farbgebung überhaupt nicht zur Dienstleistung passt und dass alle anderen Aspekte der Website, wie z. B. die Suchmaschinenoptimierung, Kommunikationskonzept, valider Quellcode, Benutzerfreundlichkeit etc., nicht funktionieren.

Vertrauen ist sicher gut, in diesem Fall ist Kontrolle aber besser. Deshalb überprüfen Sie zuerst die Website des Webdesigners, den man Ihnen empfohlen hat, bevor Sie Kontakt aufnehmen.

Nachfolgend beschreibe ich Ihnen, wie Sie auch als Laie in Sachen Webdesign erkennen können, ob Sie es mit einem erfahrenen, seriösen und engagierten Webdesigner zu tun haben oder nicht.


Tipp 2: Transparenz - Vita und Referenzliste prüfen ...
Ein erfahrener und seriöser Webdesigner wird sich auf seiner Website mit Foto, Vita und Referenzliste präsentieren. Schließlich möchte ich als möglicher Kunde wissen, mit wem ich es zu tun habe. "Über mich" oder "Team", unter diesen Menüpunkten finden Sie in der Regel diese Informationen. Schauen Sie hier genau hin: Was hat der Designer oder die Webdesignerin für eine Ausbildung, was hat er oder sie studiert, über welche Erfahrungen verfügen sie? Referenzliste? Hier lassen sich sicher einige Rückschlüsse über Kreativität, Seriosität und Kompetenz des Webdesigners ziehen.

Jemand, der z. B. Kommunikationsdesign oder Medienwissenschaft studiert hat und über viele Jahre Berufserfahrung verfügt, wird für die Realisation einer Firmenwebsite sicher besser geeignet sein, als jemand, der Bürokaufmann ist und nur nebenbei Websites bastelt. Doch auch hier sollten Sie auf die richtige Mischung achten! Wie anfangs schon erwähnt: Eine erfolgreiche, strategische Website setzt sich aus mehreren Teildisziplinen zusammen. Hat jemand Informatik oder Grafikdesign studiert, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch erfolgreiche Firmenwebsites kreieren kann. Fehlt diese Transparenz gänzlich auf der Website des Webdesigners, dann streichen Sie ihn besser direkt von Ihrer Liste.

Tipp 3: Content is King - Checken Sie die Texte auf der Website des Webdesigners
Ob ein Webdesigner wirklich über Know-how verfügt, lässt sich sehr oft auch an den Texten auf seiner Website erkennen. Wenn Sie dort mit Phrasen betextet werden wie: "Unsere Kreativität sichert Ihren Erfolg" oder "Frische Ideen von einem jungen Team" und nur kurze Texthäppchen mit geringem Informationsgehalt angeboten bekommen, dann hat dieser Webdesigner wahrscheinlich wenig Ahnung.

Ein erfahrener Profi wird auf seiner Website nützliche Informationen liefern sowie interessante Tipps geben. Und das semantisch korrekt formatiert und verpackt in einem sprachlich gewandten Gewand. Und lassen Sie sich nicht mit dem alten Spruch "ein Foto sagt ja mehr als tausend Worte" abfertigen. Ein Foto bindet zwar schneller als ein Text unsere Aufmerksamkeit und schüttelt sofort Assoziationen aus unserer Großhirnrinde, es sagt aber nicht immer mehr als ein zielgerichteter Text mit hohem Informationsgehalt. Eine erfolgreiche Website braucht gute Fotos und gehaltvolle Texte. Wesentlich effektiver als Fotos sind Webvideos.

Falls Sie selbst keine suchwortrelevanten Webtexte schreiben können, dann suchen Sie besser gleich nach einem Webdesigner, der das kann. Oder kalkulieren Sie einen Texter mit ein. Gute Webtexte sind sowohl für Suchmaschinen als auch für Besucher wichtig. Viele Auftraggeber quälen sich damit und sind froh, wenn sie einen Webseitenbauer haben, der das beherrscht und ihnen hilft.

Tipp 4: Prüfen Sie, welche Content-Management-Systeme angeboten werden
Eine moderne Firmenwebsite sollte über ein professionelles Content-Management-System verfügen. Damit sind Sie unabhängig und können Ihre Website auch als Laie selber pflegen. Professionelle Content-Management-Systeme (CMS) wie z. B. Drupal, Typo3 oder Contao, mein persönlicher Favorit (www.contao.org), sind Open Source und stehen kostenlos zu Verfügung. Will Ihnen ein Webdesigner dafür Geld abknüpfen, dann haben Sie es mit einem unseriösen Fuzzi zu tun!

Anders sieht es allerdings bei den Kosten für die Installation oder die Einrichtung von Modulen aus, hier muss Arbeitszeit investiert werden. Will Ihnen ein Webdesigner oder Webdesignagentur unbedingt eine Eigenentwicklung verkaufen, ist Vorsicht geboten. Sie zahlen unnötig Geld und sind dann vielleicht von dieser Agentur oder diesem Webdesigner abhängig.  Es sei denn, Sie haben so ausgefallene Wünsche, die nur mit einem eigens für Sie entwickelten CMS realisiert werden können. Aber das habe ich in meiner langjährigen Praxis noch nicht erlebt. Meist reicht es für Kleinunternehmer, Mittelständler, Handwerksbetriebe und Freiberufler, wenn man hier ein entsprechendes Modul für ein etabliertes System wie Contao oder Typo3 entwickelt. Das können dann eventuell auch noch andere Nutzer dieser Systeme gebrauchen, und Sie können so Kosten senken.
Für die meisten Kleinunternehmer, Handwerksbetriebe oder Freiberufler wird die Basisversion von einem CMS wie Contao mit seinem üppigen Leistungsumfang völlig ausreichen.

Tipp 5: Preise sprechen für sich ...
Wenn's um die Kosten für Webdesign geht, heißt es oft, jede Website hat individuelle Anforderungen und konkrete Preise könnten nur genannt werden, wenn man alle Anforderungen kennt. Was sicher stimmt, aber trotzdem kann man Grundpreise nennen oder ein Kalkulationsbeispiel auf der Website zeigen. Das ist kundenfreundlich, und erfolgreiche Webdesigner tun dies auch.

Der Stundensatz eines erfahrenen Profis liegt in der Regel zwischen 45,- und 65,- Euro. Im Allgemeinen wird ein Festpreis vereinbart.

Beispiel: Was kostet eine Firmenwebsite?
Nehmen wir als Festpreisbeispiel mal eine Firmenwebsite bestehend aus insgesamt 10 Seiten, für Suchmaschinen optimiert. 8 Seiten jeweils mit ein oder zwei Fotos und Text von der Länge einer 3/4 DIN-A-4-Seite, inklusive Textüberarbeitung für die richtige Schlüsselwortdichte. Dazu ein ausgearbeitetes Kommunikationskonzept und ein Content-Management-System (z. B. Contao), inklusive Newslettermodul, Stichwortsuche, Kontaktformular und Fotogalerie. Und selbstverständlich mit einem exklusiven und benutzerfreundlichen Screendesign. Fotos und Rohtexte werden in diesem Beispiel vom Kunden geliefert.

  • Die Kalkulation für eine solche Website wird bei den meisten professionellen Webdesignern so zwischen 1.300,- und 2.500,- Euro liegen.

Will jemand mehr als 4.000,- Euro, wäre dies nach meinem Empfinden völlig überzogen. Will dagegen jemand für das obrige Beispiel weniger als 700,- Euro, so ist dies sicher nicht mehr professionell. Dann haben Sie es entweder mit einem Amateur, einem unerfahrenem Webdesigner oder mit einem Profi in einer Notlage zu tun! Und die wollen Sie doch nicht wirklich schamlos ausnutzen?

Was sind Ihnen neue Kunden wert? Gründliche Analyse, exklusive Ideen und ein auf Ihre Zielgruppe maßgeschneidertes, benutzerfreundliches Webdesign, eingebunden in ein strategisches Onlinekonzept gibt’s nun mal nicht von der Stange. Und es reicht nicht aus, wenn Ihre Website in Suchmaschinen an oberen Positionen gelistet wird, sie muss die Besucher auch mit einem exklusiven Screendesign fesseln und mit Benutzerfreundlichkeit zum Kaufabschluss oder zum Klick auf den Kontaktbutton (ver)führen.

Sie sollten immer daran denken, Ihre Firmenwebsite ist eines Ihrer wichtigsten Marketinginstrumente. Wenn Sie hier an der falschen Stelle ein paar Hundert Euro sparen wollen, kann es Sie im Nachhinein etliche Tausender kosten. Nämlich dann, wenn potenzielle Kunden lieber aufs Kontaktformular der Konkurrenzwebsite klicken.

Tipp 7: Achtung Knebelverträge ...
Einige Unternehmen bieten für eine monatliche Rate von vielleicht 50,- oder 150,- Euro an, eine Website zuerstellen, die dann auch vom Anbieter gepflegt wird. Dafür müssen Sie einen Vertrag für 24 oder gar 48 Monate abschließen, der sich natürlich automatisch verlängert.

Für einen Webauftritt, der normalerweise vielleicht 1.300,- € gekostet hätte, zahlen Sie plötzlich das Doppelte oder Dreifache. Und da sich der Vertrag ja automatisch verlängert, werden Sie gemolken, wie eine Holsteiner Kuh. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten! Sie zahlen drauf, bekommen in der Regel keine besonders kreative Leistung, und wenn Sie zu einem anderen Webhostingunternehmen wechslen wollen, ist ihre ganze Website weg, da sie an Ihren Vertrag gekoppelt ist.

Teilzahlungsmöglichkeiten gibt‘s auch bei einzelnen Webdesignern. Besonders für Existenzgründer gibt’s spezielle Angebote. Sie bekommen in der Regel eine viel bessere Leistung, die wirklich auf Ihre Zielgruppe abgestimmt ist, und Ihre Firmenwebsite gehört dann auch tatsächlich Ihnen. Sie sind frei und nicht durch einen Knebelvertrag gebunden. Und das zu einem festen und fairen Preis.

Ich hoffe, meine Tipps können Ihnen dabei helfen, einen erfahrenen Webdesigner zu finden, der Ihre Firmenwebsite als wertvolles Marketinginstrument kreiert.

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